Freitag, 26. Dezember 2008
ein Tag nach Weihnachten
Unser Hab und Gut hatten wir schon in Teekisten auf die Reise geschickt. Es betrug einen Kubikmeter. In Kopenhagen mußten wir umsteigen in ein Flugzeug der Aeroflot. Vor uns war ein Halbkreis,in den wir hineinflogen. In Moskau, wo wir in eine größere Maschine wechselten, war es schon dunkel. Wir sahen das erste Mal Japaner mit Gazemasken,ein ungewohnter Anblick. Jetzt wissen wir,daß sich damit viele gegen Erkältung und andere Viren schützen wollen.
Nachdem die Sonne aufgegangen war,kamen wir dann auch tatsächlich bald im Land der Aufgehenden Sonne an. Aber unter den Wolken war es nicht mehr sonnig,sondern eintönig grau.
Mit den Missionaren,die uns abholten,fuhren wir dann mit dem Taxi über die Stadtautobahn zum Shinkansenbahnhof. Ich weiß nur noch,daß diese Fahrt kein Ende zu nehmen schien.
Und in diesem Land haben wir die längste Zeit unseres Lebens verbracht. Vier unserer fünf Kinder leben hier. Gott hat gut für uns gesorgt.
Natürlich wünschen wir uns,daß noch mehr Menschen ihre Herzem dem Evangelium öffnen möchten. Vor allem ist es unser Anliegen,daß die japanischen Christen wachsen und Jesus Christus ihren Landsleuten bezeugen. Dafür beten und arbeiten wir.
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Krisenzeiten
Das Benzin ist billiger, der Preis ist kaum noch höher als der von Diesel. Der Bonus am Jahresende,der normalerweise zwei bis drei Monatsgehälter umfaßte, ist drastisch gekürzt worden. Die Firmen sehen sich gezwungen, Arbeiter zu entlassen. Und viele fragen sich,wie sie das überstehen werden.
Auch und gerade in dieser Zeit behält das Wort Gottes seinen Wert. Auf Gottes Versprechen kann man sich verlassen. Daran erinnert uns die Adventszeit. Gott hatte den Retter aus Sünde und Verderben schon versprochen,als die ersten Menschen die verbotene Frucht gegessen hatten. Und Gott hat sein Wort gehalten. Als die Zeit da war,sandte er seinen Sohn. Jesus der Sohn Gottes besiegte den Bösen und schuf eine ewige Erlösung für alle,denen Gott wichtig ist.
Und wir merken es alle Jahre wieder,wenn es hektisch wird, wenn gutgemeinte Versprechungen
doch nicht eingehalten werden,wir sind trotzdem in Gottes Hand. Er läßt uns nicht im Stich.
Auf ihn ist Verlaß.
Montag, 24. November 2008
Eine besinnliche Adventszeit

Das wünsche ich um diese Zeit allen Leuten,denen ich Mails schicke. Wenn es kälter und dunkler wird,ist die Gelegenheit,um den Ofen anzumachen und die Kerzen anzünden da.
Vorher ergibt so etwas keinen Sinn. Kerzenlicht bei strahlend hellem Sonnenschein,das paßt einfach nicht. Es kommt auch niemand in den Sinn, bei tropischen Temperaturen die Heizung anzudrehen. Aber jetzt,wo der Herbst immer mehr in den Winter übergeht,da kann man das warme Kerzenlicht und das geheizte Zimmer so richtig genießen.
Dabei geht es ja nicht nur um ein bißchen Atmosphäre. Das Warten auf den Advent,die Ankunft Christi ist doch ein Ausdruck der Hoffnung, die nur der kennt,der an Jesus glaubt. Hier ist eine Energie,die nichts und niemand auslöschen kann, keine Finanzkrise,keine Rezession, kein Unglücksfall.Der Gott,der diese Welt so liebt,daß er seinen Sohn für sie gab,der hat uns noch nicht aufgegeben.Auf seine Liebe und Treue kann man sich verlassen,auch wenn alle anderen Hoffnungen geschwunden sind.Die Worte eines verstorbenen Bundespräsidenten gelten auch noch heute: Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt!
Montag, 10. November 2008
Es wird kälter...
...und die Tage werden dunkler. Auch in Japan wird es Herbst. Die dicken Pullover habe ich schon aus der Kiste geholt, und den Ölofen muß ich auch bald wieder aufstellen.
Am Sonntagnachmittag habe ich schon mal die kleine Weihnachtspyramide aus Deutschland aufgestellt, und ich hatte Glück, nach einer Zeit fing sie tatsächlich an,sich zu drehen.Vorher hatte ich auch schon mal Pech. Weil die Pyramide sich nicht drehen wollte,wurden die Blätter der Flatter von der Kerzenflamme angekohlt.
Natürlich : "Weihnachten ist im Dezember" und dabei soll es auch bleiben. Aber daß man sich in der dunklen Zeit auch schon mal eine Kerzen anzünden kann, und gute Musik auflegen,das ist doch auch ein Geschenk von Gott, ein Mittel gegen den Trübsinn und für die Freude.
"Ein Mensch,der da ißt und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen,das ist eine Gabe Gottes," sagt der Prediger in Kapitel 3,13. Ich finde das so toll von Gott,daß er uns auch mit so kleinen Dingen beschenkt und daran erinnert,daß er selbst der Brunnen des Lebens, und die Quelle der Freude ist. Ich bin dankbar für alles,was mich in dieser dunklen Zeit auf das Licht verweist.
Dienstag, 28. Oktober 2008
Ernten ist schön
Einiges Früchte sind schon abgeerntet. Die Kakis und Mandarinen aber hängen noch anden Bäumen und heben sich leuchtend orange gegen den blauen Herbsthimmel ab.Es ist Erntezeit. Das ist die Zeit,wo klar wird,daß sich die Mühe des Bauern gelohnt hat. Alle können es sehen,daß da Früchte gereift sind.
So etwas wünscht man sich als Missionar,mehr als alles andere. Mehr als ein imponierendes Gebäude oder einen voll besetzten ansprechenden Gottesdienst. Das ist ja auch alles schön, und wer es hat,darf sich auch darüber freuen. Aber wir beten vor allem um neue Menschen ,die durch den Geist Gottes verändert wurden.
Der Herr freute sich über eine geistliche Ernte,als die Frau aus Samaria, den Messias fand. Und an ihre konnte man ja tatsächlich eine verblüffende Veränderung feststellen. Vorher hatte sie die Menschen gemieden,und war extra in der Mittagshitze zum Brunnen gekommen,um keinem zu begegnen. Aber sobald sie Gewißheit hat über den Messias, ist der Wasserkrug bedeutungslos geworden, und sie ruft Leute zu Jesus.
Gott hat mir in der letzten Zeit Menschen gezeigt,die er verändert hat. Die Veränderung ist nicht immer so dramatisch wie bei der Frau am Jakobsbrunnen. Aber sie ist da. Das ist Grund zum Freuen. Ernte dank.
Montag, 20. Oktober 2008
Gestern war ein Matsuri
Bei den älteren Mitbürgern mag auch die Angst vor der Strafe der Götter irgendwo noch mitschwingen, bei den meisten ist es die Angst böse aufzufallen.
Vor allem,den wenigsten ist bewußt, daß es sich um eine religiöse Angelegenheit handelt. Unser Nachbar in Ogaki war ganz erstaunt, als ich ihm begründete weshalb ich unsere Töchter beim Umzug des Schreines nicht mitmachen lassen wollte. "Religiös? Nein,das hat aber doch nichts mit Religion zu tun!" Wollte man gar noch anfangen,davon zu sprechen,daß auch finstere Mächte hier angebetet werden,dann würde man nur erstaunte Blicke ernten. Und doch haben die Leute Angst diese Sitte ausfallen zu lassen. Es könnte ja doch ein Unglück geschehen!
Auf der andern Seite behauptete ein Shintopriester,als ein junger Mann ihn fragte,ob hier denn kein Gott dabei sei : "Nein mit einem Gott hat das Ganze nichts zu tun!" Mit welcher Macht denn sonst?
Sonntag, 5. Oktober 2008
Der Wert eines Menschenlebens
Der Brandstifter erzählte später,daß er eigentlich sterben wollte, aber Angst bekam als er den Rauch sah, und schnell weglief. Anscheinend hatte er viele Schulden und hatte sich deshalb von seiner Familie getrennt.
Bemerkenswert erscheint mir,daß diesem Mann offensichtlich völlig egal war,was mit den andern Leuten passierte,die auch in diesem Haus waren. Er dachte nur daran,seine eigene Haut zu retten.
Das kann man sich erklären mit dem enormen Druck,den er aushalten mußte. Und doch ist es extrem egoistisch,wenn man so gleichgültig mit dem Leben anderer umgeht.
Fälle wie dieser scheinen sich in Japan zu häufen. Die Gesellschaft geht aus den Fugen. Das wird immer mehr sichtbar. Ich bin gewiß,daß die alten Rezepte,die keinem mehr helfen können,immer häufiger propagiert werden: noch mehr staatliche Kontrolle über den Einzelnen, oder mehr Vollmacht für die Erzieher und Aufseher.
Was wirklich nötig ist,wäre eine Erziehung zu Freiheit und Verantwortung. Aber das scheint in diesem Land sehr schwer zu sein.