Freitag, 1. Januar 2010
Start in ein neues Jahr
Der Text für heute war die Jahreslosung für 2010 aus Johannes 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Bei allem was in diesem Jahr als neue Herausforderungen oder auch Bedrohungen vor uns steht,gilt doch,daß unser Herr stärker ist und die Welt überwunden hat.
Ihm vertrauen wir,und mit seinem Sieg rechnen wir.
Sonntag, 29. November 2009
in der Not nicht allein-das ist Advent!
Vor ein paar Jahren hatte ich eine sehr schmerzliche Adventszeit. Ich mußte Antibiotika nehmen, viel im Bett liegen. Richtig schmerzfrei fühlte ich mich nur in der Badewanne. In der Zeit habe ich auch viel geduscht. Unter der Dusche singe ich gerne, und im Advent probiere ich aus,wieviele von den alten Adventsliedern ich noch auswendig kann. Mein Lieblingslied ist "Wie soll ich dich empfangen"von Paul Gerhard. Die Melodie gefällt mir und bei dem Text teste ich halt,wieviel ich noch von den Gedankengängen zusammenbringe. Besonders die 5. Strophe hat es mir angetan.
"Nichts,nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt.
als das geliebte Lieben, damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen und großen Jammerslast,
die kein Mensch kann aussagen,
so fest umfangen hast."
Daß es viel Not in der Welt gibt,und daß manches so schwer ist,daß Worte nicht ausreichen,um es zu beschreiben,das hat dieser Pfarrer aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges erlebt. Und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Aber auch dieses andere ist wahr. Gott läßt uns mit unserer Not nicht alleine. Seine Liebe umfängt auch alle diese unausgesprochene und vor vielen versteckte Not. Wer das verstanden hat,der kann aufatmen. Er weiß:ich bin mit dieser Not und mit dem Wissen um diese Not nicht alleine. Das macht Mut!
Freitag, 6. November 2009
Ermutigung durch andere Mitarbeiter
Diesmal war es auch so.
Gott ist auch in Japan am Werk. Auch hier hören Menschen das Evangelium und kommen zum Glauben. Aber der Blick auf die Bibel zeigt uns, daß es der Herr selbst ist,der seine Gemeinde baut und Wachstum schenkt. Und Wachstum braucht Zeit. Es ist ein Prozeß. Was ich hin und wieder schon in Miyoshi erlebte,ist mir hier noch einmal deutlich geworden : Ich muß geduldig sein mit den Leuten,die noch keine öffentliche Lebensübergabe an Jesus vollzogen haben. Ich darf sie nicht hetzen,ich darf keinen Druck machen. Statt dessen muß ich ermutigen und darauf aufmerksam machen,was Gott schon im Lebend er betreffenden Person getan hat.
Die Arbeit mit Kleingruppen interessiert mich, und es wurde dabei deutlich,daß es darauf ankommt,daß Vertrauen zwischen Christen wächst,daß man beginnt über die eigenen Probleme zu reden und für einander zu beten. Mir scheint,daß diese Art der geistlichen Gemeinschaft für die zukünftigen Gemeinden immer wichtiger wird.
Dazu gehört,daß der Leiter sich selbst zurücknimmt,daß er zuhören kann und Austausch ermöglicht. Wenn dieses Gemeindebild sich durchsetzen kann,sehe ich für die Missionierung Japans große Chancen. Laßt uns darum beten!
Montag, 26. Oktober 2009
wie Gott an Menschen arbeitet
Natürlich können wir als Christen keinen Götzendienst mitmachen oder unterstützen.
Aber Gott danken für den Menschen,den er auf dieser Erde leben ließ, und auch dankbar zurückdenken an manches,was wir durch diesen Menschen empfangen haben,das ist gut und richtig. Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes,hat ein kluger Mann einmal gesagt.
Der Mann,um den wir trauerten, war uns lieb und wert gewesen. Er kam regelmäßig zum Gottesdienst. Seine kräftige Stimme fiel beim gemeinsamen Gesang auf. Er nahm auch an der englischen Bibelstunde teil. Lange Zeit war er der Meinung,die Bibel sei sicher interessant,aber er wollte sich doch lieber auf die heutige Wissenschaft verlassen.
Als er nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im Frühjahr wieder zum Gottesdienst kam,war er verändert. Äußerlich erschien er sehr geschwächt zu sein. Innerlich verließ er sich aber nicht mehr auf die Wissenschaft,sondern auf Gott. Mir sagte er,daß ich das Evangelium predigen sollte,weil das so viele Japaner noch nicht kennen.
Seine Frau erzählte bei der Gedenkfeier,daß er zum Schluß viel in sein Tagebuch geschrieben habe. Daraus wurde auch ersichtlich,daß er seinen schweren Weg aus Gottes Hand angenommen hat. Dieser Mann war kein Glied unserer Gemeinde. Er wurde auch nie getauft. Und trotzdem habe ich keinen Zweifel,daß ich ihn später bei Jesus treffen werde.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Lehre mich bedenken,daß mein Leben ein Ziel hat
Die einzige erklärbare Ursache ist,daß ich vor kurzem eine neue Medizin gegen meinen Bluthochdruck bekommen hatte.
Am Montag waren wir im Krankenhaus,wo mein Herz und mein Gehirn gründlich untersucht wurden. Da schien aber alles in Ordnung zu sein. Am Mittwoch sollen die Zahlen noch einmal ausgewertet werden, und es werden noch einige Untersuchungen gemacht. Heute haben wir beim Hausarzt die Blutdruckmedizin schon mal umstellen lassen.
Mit so etwas hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Aber ich weiß,daß mein Leben in Gottes Hand ist. Wenn Gott seine Hand zurückzieht, kann mein irdisches Leben schnell zu Ende sein. Ich bin nicht für immer auf der Erde. Ich will keine Dinge versprechen, die ich nicht halten kann. Aber mit Gottes Hilfe kann ich das tun,was heute und morgen nötig ist. Diese Gemeinde braucht noch Anleitung. Meine Familie braucht auch noch Wegweisung. Es wäre gut,wenn ich miterleben könnte,wie jeder seinen Weg findet.
Mittwoch, 30. September 2009
Schubladendenken
Das hat mich von Anfang an gefuchst,seit wir vor 37 Jahren in dieses Land kamen,daß man so oft in Schubladen gesteckt wurden. Leute,die keine schwarzen Haare hatten und deren Gesichter nicht wie Japaner aussahen,das konnten doch nur......Amerikaner sein! Mit denen konnte man Englisch sprechen, die freuten sich doch darüber,wenn man Englisch mit ihnen sprach!
An der Bushaltestelle sahen die kleinen Kinder schon,daß das jemand war,der anders war als die Leute,die sie sonst kannten. Ein Gaijin! Und weil man nicht viele andere Nationen kannte,waren wir Deutschen dann alle Amerikaner. Wenn man die Kühnheit besaß, bei Schulschluß an einer Grundschule vorbeizugehen, konnte man sich vor Zuwendung nicht mehr retten. Gaijin,Gaijin. Das war ganz gewiß nicht böse gemeint,aber es ging einem doch hin und wieder auf die Nerven.
Einmal in unserm jugendlichen Eifer hatten Barbara und ich eine Wanderung in einen Ort in den Bergen gemacht, wo vor uns wohl kaum ein Ausländer gewesen war. Daß die Leute zu einem hinsahen,daran hatten wir uns gewöhnt. Aber als wir auf die Post gingen, und in deutlichem Japanisch eine 100 Yen Briefmarke verlangten, hatten wir den Beamten offensichtlich überfordert. Er sah uns ganz schockiert an, und sagte, er könne kein Englisch!
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Viele Leute wissen,daß Ausländer aus allen Erdteilen in Japan leben. Und Ausländer werden akzeptiert. Je nach ihrer Herkunft werden einige vielleicht auch unterschiedlich behandelt. Aber das fällt mir nicht so stark ins Auge.
Es ist auch nicht unbedingt eine Sache eines bestimmten Landes. Wir alle haben die Tendenz, andere in Schubladen zu stecken. Es macht uns oft zu viel Mühe, jeden so zu akzeptieren,wie er ist. Eigentlich geht das nur,wenn ich weiß,daß Gott micht selbst auch angenommen hat,wie ich bin,daß ich in Gottes Augen einen unendlichen Wert habe.Darauf will ich mich besinnen.
Sonntag, 13. September 2009
Rem tene
Als Missionar geht es mir darum,daß ich anderen das Evangelium von der Liebe Gottes so sagen möchte,daß sie es auch verstehen. Das soll dann auch gleichzeitig möglichst interessant und eindrucksvoll sein.Aber ehe man sich versieht,wird es zu kompliziert. Die Sache halten,heißt dann für mich,daß ich mit meinem Herrn darüber rede,was ich sagen soll. Daß ich nach einem Gespräch oder einer Ausschußsitzung noch einmal überlege,was vorher abgelaufen ist.
Die Sache,die mir mein Herr aufgetragen hat,ist nie kompliziert,sondern meistens einfach. Ich mache es kompliziert,wenn ich mich und meine Person zu wichtig nehme. Ich erinnere mich an große Versammlungen,wo Redner übersetzt wurden. Da gab es Übersetzer,die meinten, sie müßten zwischen dem Zuhörer und dem Redner vermitteln, sie müßten alles nochmal erklären. Es gab aber auch Übersetzer,die bei der Sache blieben. Die genau das übersetzten,was die Redner gesagt hatten.Bei der ersten Sorte von Übersetzern war das Zuhören oft eine Anstrengung. Bei der zweiten Sorte machte es Spaß.
Wenn es darum geht,das Evangelium in die Situation meiner japanischen Zuhörer zu übersetzen, möchte ich gerne,daß sie auf das hören,was Gott ihnen sagen will.Ich will lernen,bei der Sache zu bleiben. Oder wie es Shakespear im Hamlet einmal schreibt :Mehr Inhalt,weniger Kunst!