Samstag, 6. November 2010

Widersprüchliches

Da fand ich ein Buch,dessen Titel meine Aufmerksamkeit fesselte.Es hieß :Die verblödete Republik. Thomas Wieczorek schreibt darüber,"wie uns Medien,Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen."Einiges war mir neu, einiges war nur reißerisch aufgemacht, bei einigen Stellen merkte man,daß der spielerische Umgang mit der deutschen Sprache dem Autoren offensichtlich Spaß machte.
Stutzig wurde ich aber,als der Mann die Bibel verfälschte. Er behauptete,in der Bibel stände :Wer nicht arbeitet,soll auch nicht essen. Wer die angegebene Bibelstelle aber nachschlägt,der merkt,daß der Verfasser ein entscheidendes Wort ausgelassen hat. Im Original steht nämlich: Wer nicht arbeiten will,soll auch nicht essen.
Da will also einer den Eindruck erwecken,er sei ehrlich und unterscheide sich dadurch von den andern Journalisten,die alle bewußt die Leute übers Ohr hauen wollen. Und dann geht er so nachlässig mit der Quelle um, offensichtlich doch in der Hoffnung,daß es keiner merkte. Denn wer sich ein bißchen mit der Bibel befaßt,der weiß,daß sie den Wert des Menschen als Gottes Ebenbild so hoch veranschlagt,wie es wohl sonst nirgends geschieht. Einem Menschen das Essen verbieten,weil er nicht mehr arbeiten kann,das wird doch schon bei den Zehn Geboten mit der Ermahnung,die Eltern zu ehren,ausgeschlossen.
Was mich an der Sache ärgert ist,daß hier einer genau das tut,was er an andern kritisiert. Mit seinem gefälschten Zitat,trägt er mit zur Verblödung der Republik bei und wird so unglaubwürdig. Das ist es,was Jesus an den Pharisäern kritisierte.
(Und ich selbst muß aufpassen,daß mir nicht etwas ähnliches passiert.)

Freitag, 22. Oktober 2010

kalt in Deutschland

In Japan bewegen sich die Temperaturen noch immer im zweistelligen Bereich,aber in Deutschland sinkt das Quecksilber meistens unter 10°C. Während ich früher die winterliche Kälte als angenehm empfand (Hurra,wann schneit es denn endlich), ziehe ich mich jetzt lieber dick an.(Zeichen des zunehmenden Alters.)
So lange man es im Haus noch warm und gemütlich hat,ist es ja auch nicht schlecht. Etwas erstaunt hat mich schon,daß es im Geschäft schon Weihnachtsgebäck gibt,noch vor Buß- und Bettag und Totensonntag. Ich meine,die traditionelle Zeit des Wartens und Vorbereitens der Weihnachtszeit hatte viel Gutes. Wer sich immer leckere Sachen kaufen kann,dem schmeckt bald gar nichts mehr. Nur wer verzichten kann,kann auch geniessen. Und wer die Stille nicht ertragen kann, der kann auch die Musik richtig aufnehmen.
Die Herbstzeit ist oft neblig und trüb. Da kann man auf düstere Gedanken kommen. Aber nur wer diesen Gedanken nicht ausweicht,sondern ihnen ihr Recht zugesteht,der wird auch mit ihnen fertig. Das Sterben der Natur soll mich daran erinnern,daß ich auch nicht ewige lebe. Soll ich diese Wahrheit etwa ignorieren oder verdrängen?
Die Hoffnung, an die ich glaube,hat es nicht nötig,unangenehme Fragen auszuklammern.
Der Gott an den ich glaube,hat den Tod überwunden. Deshalb brauche ich keine Dunkelheit zu fürchten. Das Licht,das Jesus Christus entzündet hat ist stärker als jede Finsternis. Die Freude,die in meinem Herzen brennt, die kann niemand auslöschen.
Ich bin gewiß,daß keine Macht der Welt mich von Gottes Liebe trennen kann!!

Samstag, 11. September 2010

Das Licht besiegt den Nebel



Das ist die Jahreszeit,in der es oft Nebel gibt. Als ich heute morgen aus dem Fenster sah,waren Häuser und Bäume von Nebel umhüllt. Mir fällt das Gedicht "Wandern im Nebel"von Herman Hesse ein. "Seltsam im Nebel zu wandern. Leben ist einsam sein.Keiner kennt den andern. jeder ist allein...." Wenn der Nebel dicht ist,scheint es einem tatsächlich so,als verschwimme die Außenwelt, als sei man mutterseelenallein.
Aber das ist ja gar nicht wahr! Die Umwelt existiert doch auch,wenn der Nebel sie verhüllt. Und wenn man nur länger wartet,dann kommt auch der Zeitpunkt,wo der Nebel steigt,und die Sonne lacht, und das Licht eine strahlende Welt zeigt.
Hesse war kein Christ. Er hatte sich von dem Licht des Lebens abgewandt. Viele Menschen,die ohne Gott leben,teilen sein Lebensgefühl.Sie tun mir leid.
Ich kenne das ja auch,daß man sich alleine fühlt, daß man sich nur noch um sich selbst dreht,daß einen der Nebel deprimiert. Aber gleichzeitig weiß ich auch,daß das nur ein vorübergehender Eindruck ist,aber nicht die Wahrheit.
Immer wieder habe ich erlebt,daß ich nicht allein gelassen werde,sondern daß ich einen Vater im Himmel habe,auf den ich mich verlassen kann. Diese Erfahrung macht mir Mut. Sie gibt mir Hoffnung. Ich wünsche Ihnen auch diese Hoffnung. Lassen Sie sich durch den Nebel nicht deprimieren! Es gibt einen Vater im Himmel,der Sie liebhat!

Donnerstag, 19. August 2010

Vor Anker gehen

Ein Bekannter besichtigte ein Schiff. In interessierte besonders die Antriebswelle,weil sie in seinem Betrieb gefertigt worden war. Der Schiffsingineur
zeigte sie ihm, und machte ihn auch auf die Ersatzwelle aufmerksam,die sofort eingebaut werden konnte,falls die ursprüngliche Achse zu Schaden kommen sollten.
"Und was machen Sie, wenn die Ersatzwelle auch nicht mehr funktionieren sollte?"
"Dann müssen wir wohl vor Anker gehen,"lautete die Antwort,die meinen Freund noch lange beschäftigte.
Ob das nicht die Ursache für manche Not und Unruhe ist,daß wir meinen,wir könnten es uns nicht leisten,"vor Anker zu gehen". Wir versuchen krampfhaft,weiterzumachen wie bisher.Alles muß seinen gewohnten Gang gehen,nur keine Stille,nur nicht über Probleme oder Dinge nachdenken,die einen in Frage stellen und uns verunsichern. Als wenn uns das Sicherheit geben würde,wenn wir unsere Probleme verdrängen!
Vor Anker gehen bedeutet doch auch stille werden vor Gott.Auf die Stimme hören,die mir überhaupt nicht paßt,weil sie unangenehme Wahrheiten sagt,die ich nicht akzeptieren will.Warum machen wir es uns so schwer? Warum nehmen wir nicht das Kreuz an,das Gott uns geben will?
Weil ganz im Hintergrund der Verdacht ist,daß es Gott ja doch nicht gut meinen kann. Daß ich besser weiß als mein Schöpfer,was gut für mich ist. Gott könnte mich ja zu etwas zwingen wollen,was ich hinterher bereue.
Obwohl es im Rückblick meistens offensichtlich war,daß Gottes Weg gut war und mein Widerstand mir eher hinderlich war. Von der Logik her war das von vorneherein klar.
Was für einen Spaß sollte es dem Schöpfer machen, seine Geschöpfe zu quälen? Die ersten Menschen mußten das Paradies verlassen,weil sie auf die Schlange gehört hatten.Sollten wir diesen Fehler wiederholen wollen?

Sonntag, 25. Juli 2010

Geistlicher Kampf

David schreibt in irgendeinem seiner Psalmen,daß Gott seine Fäuste zu kämpfen lehrt.Lange Zeit konnte ich damit überhaupt nichts anfangen. Ich glaube nicht,daß Gott mit David einen Boxkurs gemacht hat oder einen Lehrgang zur Selbstverteidigung.
Geistlichen Kampf hielt ich für eine Sache für Spezialisten. Der Bericht über Blumhardts Exorzismus hat mich schon begeistert.Daß eine von Dämonen geplagte Frau durch das Gebet eines Seelsorgers frei wurde,und der letzte Dämon mit dem Ruf:"Jesus ist Sieger" weichen mußte,das muß man gelesen haben.
Aber daß der Kampf nicht erst auf so einer Ebene beginnt,sondern schon in meinem Herzen,nämlich,ob ich bereit bin auch in den Dingen Gott zu vertrauen,die mir nicht gefallen,das lernte ich von einer Mitmissionarin. Sie erzählte, wie sie sich zum Lobe Gottes durchringen mußte in einer phantastischen Umgebung in den Bergen. Das was sie daran hindern wollte,war die schockierende Erkenntnis,daß sie ihren teuren Photoapparat an dem vorherigen Ausflugsort vergessen hatte,und keine Gelegenheit hatte, zurückzukehren um ihn zu holen.
Sie erkannte,daß der Teufel sie damit am Lobe Gottes hindern wollte. Und da beginnt der geistliche Kampf. Vertraue ich Gott, oder ärgere ich mich jetzt die ganze Zeit um etwas,was ich nicht ändern kann? Also, es geht nicht darum, daß ich es mir leicht mache, und mich um nichts mehr kümmere,sondern um die Dinge,die ich nicht ändern kann.Traue ich Gott zu,daß er trotzdem einen guten Weg hat,oder steigere ich mich in meinen Ärger und verbaue mir den Weg zum Lob Gottes?
Da merkte ich,daß ich noch viel zu lernen habe. Gott muß mir tatsächlich Anleitung geben zum geistlichen Kampf.Wie gut,daß er geduldig ist! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir,sagt der Herr. Dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Montag, 21. Juni 2010

Gottes Kraft und unsere Schwachheit

Es ist ein Geheimnis,das ich lange Zeit überhaupt nicht kannte. Aber je länger ich als Missionar in diesem Land lebe,desto mehr merke ich,daß wahre Kraft nicht an der Oberfläche erkennbar ist. Muskelprotze, die mit einem Faustschlag ihren Gegner niederstrecken,machen sich zwar gut in der Film- und Fernsehwelt, aber die Wirklichkeit ist anders. Die Leute,die gleich mit der Faust auf den Tisch hauen und rumbrüllen,wenn ihnen was nicht paßt,das sind ja gar nicht die Starken. Wie oft schon wollte ich mit gleicher Münze zurückzahlen,beziehungsweise dem „Frechling“ unmißverständlich deutlich machen, wie sehr er sich daneben benimmt. Als Stärke demonstrieren,bzw was ich darunter verstand.

Aber wenn man nur lange genug wartet,erkennt man,daß die Leute mit den schwachen Nerven,die nie gelernt haben sich zu beherrschen oder Rücksicht zu nehmen, in Wirklichkeit die sind,die einem leid tun können. Und sei es nur deshalb, weil sie sich blamieren mit ihrer Unbeherrschtheit. Oft sind es Menschen,die innerlich verletzt sind. Sie haben vergessen,wie wertvoll sie sind.

Die Bibel sagt :“ Ihr seid teuer erkauft.“ Und deshalb ist es nicht egal,wie wir leben. Essen,Trinken, Sport, Freizeit, Eheleben – die Art wie wir damit umgehen, kann dazu beitragen,daß wir den guten Plan unseres Schöpfers selber schätzen und ihm noch mehr vertrauen,oder nicht.

Damit die Menschen in Japan das Evangelium kennenlernen,damit dieses Land grundsätzlich verändert wird,damit der Tanz um das Goldene Kalb als Götzendienst erkannt und beendete wird, sind nicht geistliche Supermänner nötig,sondern Menschen wie Elia,von dem die Bibel sagt,daß er ein Mensch wie wir war. Elia betete,und Gott antwortete darauf. Elia hatte danach nicht den Eindruck,daß sich viel verändert hätte. Er hatte die Tragweite seines Sieges auf dem Karmel gar nicht verstanden und wollte am liebsten sterben. Dabei hatte Gott schon längst die Wende eingeleitet.

Deshalb wollen wir unsere Grenzen annehmen und Gott vertrauen,der auch heute noch Wunder tut!

Sonntag, 13. Juni 2010

Strategie kann helfen oder hindern

Beim Zusehen bei der Fußball WM fiel mir neu auf,welch einen großen Ausschlag die Strategie auf den Verlauf eines Spieles hat. Wenn Spieler nicht mehr nach Instinkt spielen dürfen,wenn sie statt zu kontern zu sehr auf die Sicherheit bedacht sind und immer wieder zurückspielen,dann kann daraus ja nichts werden. Anstatt da zu sein,wo der Ball ist,müssen die Spieler zurück auf ihre Ausgangsposition.Und erst wenn Verteidigung,Mittelfeld und Angriff sich neu formiert haben,kann ein neuer Anlauf auf das gegenerische Tor gestartet werden.
Daß man mit diesem Zeitlupenfußball schon ausgerechnet wurde,bevor man eine vernünftige Aktion starten konnte,ist eigentlich klar. Trotzdem gibt es noch viele Mannschaften,die sich auf dieses traditionelle System verlassen.
Bei der Missionsarbeit in Japan geht es in manchen Dingen ähnlich. In der Gemeinde sind die Positionen auch schon ziemlich festgelegt. Der Fachmann, der Missionar oder Pastor sorgt für Angriff, Kommunikation und Verteidigung. Er schießt die Tore,dh kümmert sich darum,daß die Suchenden angesprochen werden und eine Entscheidung treffen. Er sorgt dafür,daß sie betreut und aufgebaut werden. Und er ist immer dann zur Stelle,wenn es irgendwo brennt.
Den gläubigen Laien selbständige Aktionen zu überlassen, sie gar daraufhin zu trainieren,daß sie Hauskreise halten und andern die Bibel erklären können,auf die Idee kommt kaum jemand der Leiter. Damit würde wer sich ja selbst überflüssig machen,meint er.
In der Urgemeinde war das noch etwas anders,wenn wir der Apostelgeschichte Glauben schenken dürfen. Da rechneten die Leiter damit,daß der Heilige Geist die Gläubigen führte und schulte. Und so taufte der Diakon Philippus mitten in der Wildnis einen Mann,den er vorher noch nie getroffen hatte und wohl auch nie wiedersehen würde. So wurden schon nach kurzer Zeit Gemeinden,die gerade erst entstanden waren,der Gnade des Herrn überlassen.
Wie bei einer Fußballmanschaft ohne feste Strartegie gab es damals chaotische Zustände. Und doch war es auch die Zeit,in der das Evangelium Siege feierte und viele Menschen für Jesus gewonnen wurden. Wenn wir schon nicht bereit sind,unsere Strategien über den Haufen zu werfen,sollten wir sie zumindest in Frage stellen und erneut an den Maßstäben der Bibel prüfen.