Rechtzeitig zum 1. Dezember hatten wir auch wieder einen Adventskranz. Unwillkürlich wenn es Advent wird, gehen meine Gedanken zurück. Als ich noch ein kleiner Junge war und zuguckte, wie meine Mutter einen Adventskranz flocht. Als wir abends um den Tisch saßen und beim Kerzenschein die alten Lieder sangen von Weihnachten und Advent. Sogar in Japan, wo Nadelbäume nicht so häufig sind, sorgte ich dafür, dass in der Vorweihnachtszeit ein Adventskranz im Hause war.
Je mehr ich mich aber wirklich mit der Sache befasse, um die es im Advent geht, desto stärker wird das Gefühl, dass es dabei gar nicht so sehr um die Vergangenheit geht, sondern viel mehr um die Zukunft. Jesus, der Sohn Gottes,kam auf die Welt zu uns Menschen. Aber er ging danach wieder zurück in Gottes Welt und versprach seinen Jüngern, dass er wiederkommt. Und die Christen aus allen Zeiten warten auf den wiederkommenden Herrn. Das ist der eigentliche Punkt.
JESUS KOMMT WIEDER. Wir sollen uns vorbereiten auf sein Kommen. Er hat uns die Botschaft der Hoffnung gegeben, damit sie uns ganz erfüllen und unsere Herzen zum Brennen bringen sollte. Er will uns helfen, die Menschen mit seinen Augen zu sehen. Kein Mensch ist wertlos. Jeder ist wichtig. Jeder ist von Gott geliebt.Aber diese Liebe Jesu erfüllt uns nicht automatisch. Wir brauchen die Gemeinschaft mit unserm Herrn.
Der Adventskranz und die Kerzen können das nicht schaffen. Auch die Adventslieder produzieren nicht mehr als eine vorübergehende Stimmung. Aber der Herr selbst, der redet zu uns. ER zieht ein in unsere Herzen und verändert uns. Keiner muss verloren sein. Jesus kann jeden retten! Christ der Retter ist da. Auch jetzt und hier.
Mittwoch, 4. Dezember 2013
Montag, 4. November 2013
Umstellungen
„Habt Ihr euch schon eingelebt?“,
werden wir öfter gefragt, wenn wir Bekannte treffen.Die Frage
signalisiert : diese Bekannte erkennen an, dass das Einleben in
Deutschland für uns eine Aufgabe ist.Genauer gesagt ein Problem, das
Zeit und Energie braucht, um bewältigt zu werden.
Dass beim Einkaufen Euros gebraucht
werden und keine Mark, dass wissen wir zwar, aber 3,75 Euro ohne
Zögern aus dem Beutel zu präsentieren, das fällt mir noch immer
schwer. An das Kleingeld habe ich mich noch nicht gewöhnt. Und Ziele aus dem weiteren Umfeld ohne Navi zu erreichen, damit habe ich nach wie vor
Probleme. (Ich bin nur froh, dass meine Frau jetzt das Fahren unseres
Autos übernommen hat, und mir die Umstellung vom Links- auf den
Rechtsverkehr erspart blieb!)
Die ersten Hürden, die es für mich zu
erklimmen gab, waren : mit dem Telefon umgehen und herauszufinden,
wie das Notebook online geschaltet werden kann. (Das Fotos langsamer
hochgeladen werden konnten, und das Internet zeitweise gar nicht zu
erreichen war, gehörte zu den ersten Kulturschocks.)
Die Erfahrung,dass die Zuverlässigkeit
der Bahn in Deutschland nicht mit der Pünktlichkeit des japanischen
Schienenverkehrs verglichen werden kann, die hatten wir schon vor
Jahren gemacht. Leider hat sich daran immer noch nichts geändert.
Lediglich eine neue Erfahrung kam dazu, nämlich, dass das Wegbringen
von Gästen mit dem Auto zum Bahnhof noch dadurch komplizierter
geworden ist, dass es inzwischen zwei Sorten von Parkscheinen gibt,
und man im Zweifelsfall meistens den falschen Schein gekauft hat.
Den Übergang von der Sommer- zur
Winterzeit haben wir schon hinter uns gebracht. Das sollte ja
eigentlich nicht schwer sein, weil man eine Stunde länger im Bett
bleiben kann. Aber seltsamerweise fühle ich mich trotzdem müde. Ob
das mit der Dunkelheit zu tun hat, das sollen Mediziner und
Psychologen austüfteln. Ich merke nur, dass die Lebensweise in
Deutschland für mich gewöhnungsbedürftig ist. Überhaupt fehlt mir
die Energie, die ich früher hatte. Da wären die Kisten schon längst
alle ausgepackt und der Inhalt wäre eingeräumt gewesen.
Aber es scheint so, dass wir wirklich
an dem Punkt angekommen seien, wo man das Leben langsamer lernen muß.
Dann wollen wir damit anfangen.Mit Gottes Hilfe wird es eine gute
Zeit werden. Und irgendwann fängt dann das neue Leben an, „im
Lande, wo es besser ist“ , wie Matthias Claudius es nennt. Dafür
lohnt es sich.
Donnerstag, 29. August 2013
sein wie Gott, und entscheiden, wie lange jemand lebt?
Die zwei Bäume in der
Mitte des Paradieses, waren der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens.
Ein Freund sagte mir
einmal, der Fehler der ersten Menschen sei es gewesen, dass sie sich zu sehr um
den Baum der Erkenntnis bemüht hätten, und darüber das Anrecht am Baum des
Lebens verloren hätten.
Und er meinte, dass das
auch heute immer noch eine grosse Gefahr für uns Menschen sei.
Was haben die beiden
Dinge denn miteinander zu tun? Was hat das Wissen um Gut und Böse damit zu tun,
wie lange wir leben?
In den Todesanzeigen
früher konnte man oft lesen „Gott, dem Herrn über Leben und Tod hat es
gefallen…“
Ist uns heute noch bewußt,
dass auch die Länge unseres Lebens von Gott abhängt, oder haben wir uns schon
selbst an Gottes Stelle gesetzt? Wenn jemand gestorben ist, der noch vor dem
Zenith seines Lebens stand, also noch unter 50 Jahren vielleicht war, dann
sagen wir : „das war viel zu früh“. Ist einer in seinen achtziger Jahren
verstorben, dann finden wir, dass man sich ja nicht beklagen könnte, weil der
Verstorbene ja das „biblische Alter“ erreicht habe. In Psalm 90 schrieb Moses
ja : „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenns hochkommt so sinds achtzig
Jahre…“Vers10. Aber hat nicht jeder einzelne seine besondere Geschichte mit
Gott?
Die Leichtfertigkeit, mit
der heutzutage die Überneunzigjährigen aufs Abstellgleis geschrieben werden, finde
ich empörend. „Ja wenn ein Jüngerer gestürzt und sich den Oberschenkelhals
gebrochen hätte, dann würden wir ihn ja zur Reha geschickt, aber bei jemand
über Neunzig lohnt es nicht mehr.“ Nicht genau dem Wortlaut, aber dem Inhalt nach
ist das vor ca 2 Wochen von jemandem vom Fachpersonal in einem mir bekannten
Fall so gesagt worden.
Und wer sich dafür
einsetzt, dass Überneunzigjährige einen Tropf bekommen, weil die betreffende
Person nicht mehr so schlucken kann, der erntet oft nur Unverständnis.
Seit einigen Jahren
müssen alle Patienten in Alten- und Pflegeheimen eine „Patientenverfügung“ in
der sie unterschreiben, dass dann wenn sie nicht mehr klar entscheiden können,
keine künstlichen lebensverlängernden Maßnahmen getroffen werden sollen. Bisher
hatte ich darunter verstanden, dass bei Leuten, die im Koma liegen ohne
Aussicht auf Besserung, die Maschinen abgeschaltet werden können. Im konkreten
Fall habe ich aber gemerkt, dass gar nicht erst ein Tropf gegeben wird. Das
bedeutet, dass das Gehirn vertrocknet. Meine eigene Mutter erzählte von einer
dementen Phase in ihrem Leben, die endete, als sie genug Wasser trank, der
Körper also genügend Flüssigkeit bekam. Das zu blockieren bedeutet, den
Patienten in die Demenz zu verabschieden. Leider wird das aber bei der „Patientenverfügung“
nicht immer genügend berücksichtigt. Das bedeutet im konkreten Fall, dass
jemand der ein so mehrdeutig gehaltenes Schriftstück unterschreibt, tatsächlich
damit sein eigenes Todesurteil unterschreiben könnte.
Ich verstehe, dass Kassen
und Pflegeeinrichtungen um ihr eigenes Überleben kämpfen müssen. Das müssen sie
in Japan auch. Aber ich habe den Eindruck, dass die Japaner sich an dem Punkt
mehr um die Älteren kümmern. Das hat andere Hintergründe, gewiß. Aber unser
Herr sagt ziemlich klar in seinem Wort, wie wichtig ihm der Becher Wasser
ist,den seine Kinder bekommen. Und was ihr getan habt einem meiner geringsten
Brüder, das habt ihr mir getan. Mt25,40 Was ihr einem dieser Geringsten nicht
getan habt,das habt ihr mir auch nicht getan. Mt25,45
Sonntag, 4. August 2013
Gott wollte keine Roboter!
Die japanische
Therapeutin, Rika Kayama schreibt jeden Sonntag einen Blog in der Zeitung
Mainichi Daily.
Heute griff sie das Thema
der „unfreiwilligen Heimkehrer“ auf. Sie erzählte von einem Kriminalfall der
letzten Zeit, wo ein Mann an seinen Heimatort zurückgekehr war, und verdächtigt
wurde 14 Personen durch Brandstiftung umgebracht zu haben. Er war 63 Jahre alt
und führte ein normales Leben.
Frau Kayama sagt, dass
viele junge Leute das Landleben in Japan leid sind und mit großen Visionen in
die Statdt ziehen. Da werden sie dann ernüchtert und müssen sich mehr schlecht
als recht durchschlagen.Ohne feste Anstellung können sie keine eigene Familie
gründen.Mit ca 50 Jahren müssen sie dann froh sein, wenn sie zu Hause wieder
aufgenommen werden und für die Eltern sorgen dürfen. So haben sie wenigstens
Sicherheit. Aber sie sind doch ziemlich frustriert. Sich um die Eltern kümmern
ist nicht, was sie sich als Lebensziel vorgestellt hatten. Und so kann es dann
zu solchen Tragödien kommen.
Der Zwiespalt zwischen
dem, was von einem erwartet wird, Pflichten, die einem aber als Zumutungen
erscheinen-und dem Leben, nach dem man sich sehnt, der kann viele Menschen in Japan
zerreiben. Denn nach außen muß man Ja sagen und alles schlucken.
Meinen Hörern im
Gottesdienst sagte ich einmal, dass Gott keine Roboter wollte, als er uns
Menschen schuf. Deshalb hat er uns Mensch nicht als willenlose Roboter
programmiert. Gott gab uns einen eigenen Willen.Wir müssen uns entscheiden,ob
wir Gott vertrauen wollen. Gottes Ziel mit uns ist es, dass wir aus eigener
Überzeugung seinen Willen tun.
Wesen, die ihm gehorchen,
hatte Gott auch schon vor der Erschaffung der Menschen genug. Aber von uns
möchte Gott, dass wir ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit
allen Kräften. Deshalb stülpt Gott uns Menschen nicht einfach etwas über. Gott
warnt die Menschen vor den Konsequenzen, die verbotenen Früchte zu essen. Aber
er baut nicht von Anfang an einen Zaun um den Baum der Erkenntnis. Und Jesus
will nicht seine Apostel als Handelsvertreter über die Erde schicken, die
entsprechend ihrem Erfolg entlohnt werden.
Wenn wir die
Apostelgeschichte lesen, dann sehen wir die Jünger so begeistert und überzeugt
von der Richtigkeit des Evangeliums sind, dass nichts und niemand ihr Zeugnis
aufhalten kann.Sie haben ihre Berufung gefunden. Sie wissen, wofür sie leben.
Das ist Gottes Ziel mit
den Menschen, die sich ihm ausliefern. Und so muß auch das, was auf den ersten
Blick wie Scheitern aussieht, nicht in der Verzweiflung enden. Mit Gottes Hilfe
können wir unsere Frustrationen überwinden und zum Segen für andere werden.
Freitag, 5. Juli 2013
Gottes Mühlen mahlen langsam...
So sagte meine Mutter, wenn ich warten mußte, und sich das erwünschte Ergebnis nicht so schnell einstellte. Wenn Gott mir eines in diesen vergangenen 10 Jahren gezeigt hat, dann dieses eine, dass ich Geduld brauche bei der Missionsarbeit. Vor 40 Jahren, als wir nach Japan kamen, hätte ich am liebsten das ganze Land in einem Handstreich für Jesus gewonnen. Dass vorher schon ein Lehrer für Gemeindewachstum gesagt hatte : es gibt keine Tricks, um Gemeinden schnell und einfach aufzubauen, das hatte ich zwar gehört, aber nicht verstanden.
Erst nachdem Leute, die ich mit Eifer zur Taufe gedrängt hatte, danach Schwierigkeiten hatten mit ihrem Glauben, wurde ich im Laufe der Zeit behutsamer.
Was will der Herr uns denn mit dem Gleichnis von der wachsenden Saat in Markus 4,26-30 anderes sagen, als dass wir geduldig sein sollen. Heute habe ich neu gelernt, dass sich das lohnt.
In der Bibelstunde am Vormittag bezeugte eine Frau, die treu die Wochenversammlung besucht hatte ihren Glauben an Jesus. Sie kommt schon ca zehn Jahre, aber zur Glaubensgewissheit fand sie in den letzten zwei Jahren. Sie dient dem Herrn aller Herren - es ist Freude im Himmel!
Heute nachmittag bekamen wir Besuch von vier weiblichen Wesen : zwei Frauen, die vor 38 Jahren im Jugendkreis der Gemeinde Iwakura waren, eine von ihnen war Großmutter. Die Tochter mit ihrem Baby war auch dabei. Vor unserm ersten Heimataufenthalt gab es ziemlich viel Hektik, weil ein junges Mädchen schwanger geworden war, und wir hatten ihnen zugeraten zu heiraten. Der junge Mann war nicht so beständig, und wir fragten uns später auch schon einmal, ob das überhaupt richtig gewesen war, die beiden zu trauen.
Heute kam diese Frau, um sich ausdrücklich dafür zu bedanken. Sie hatte vier Kinder zur Welt gebracht, die sie alle von Herzen liebhat, und die alle ihren Weg gefunden haben. Von ihrer Sicht aus war diese Ehe keine leichtfertige Entscheidung gewesen, sie beiden hatten drei Jahre lang um Gottes Führung gebetet. Wenn ich an die spannungsreiche Zeit vor der Hochzeit denke, wusste ich vor dem entscheidenden Gespräch nicht, ob es wirklich eine Trauung geben würde. Es sah alles so zerfahren aus. Wir konnten nur alles in Gottes Hände geben. Und jetzt nach 40 Jahren sagt die Großmutter :"Gott hat es gut gemacht! Ich bin dankbar."
Wir können nur staunen.
Erst nachdem Leute, die ich mit Eifer zur Taufe gedrängt hatte, danach Schwierigkeiten hatten mit ihrem Glauben, wurde ich im Laufe der Zeit behutsamer.
Was will der Herr uns denn mit dem Gleichnis von der wachsenden Saat in Markus 4,26-30 anderes sagen, als dass wir geduldig sein sollen. Heute habe ich neu gelernt, dass sich das lohnt.
In der Bibelstunde am Vormittag bezeugte eine Frau, die treu die Wochenversammlung besucht hatte ihren Glauben an Jesus. Sie kommt schon ca zehn Jahre, aber zur Glaubensgewissheit fand sie in den letzten zwei Jahren. Sie dient dem Herrn aller Herren - es ist Freude im Himmel!
Heute nachmittag bekamen wir Besuch von vier weiblichen Wesen : zwei Frauen, die vor 38 Jahren im Jugendkreis der Gemeinde Iwakura waren, eine von ihnen war Großmutter. Die Tochter mit ihrem Baby war auch dabei. Vor unserm ersten Heimataufenthalt gab es ziemlich viel Hektik, weil ein junges Mädchen schwanger geworden war, und wir hatten ihnen zugeraten zu heiraten. Der junge Mann war nicht so beständig, und wir fragten uns später auch schon einmal, ob das überhaupt richtig gewesen war, die beiden zu trauen.
Heute kam diese Frau, um sich ausdrücklich dafür zu bedanken. Sie hatte vier Kinder zur Welt gebracht, die sie alle von Herzen liebhat, und die alle ihren Weg gefunden haben. Von ihrer Sicht aus war diese Ehe keine leichtfertige Entscheidung gewesen, sie beiden hatten drei Jahre lang um Gottes Führung gebetet. Wenn ich an die spannungsreiche Zeit vor der Hochzeit denke, wusste ich vor dem entscheidenden Gespräch nicht, ob es wirklich eine Trauung geben würde. Es sah alles so zerfahren aus. Wir konnten nur alles in Gottes Hände geben. Und jetzt nach 40 Jahren sagt die Großmutter :"Gott hat es gut gemacht! Ich bin dankbar."
Wir können nur staunen.
Mittwoch, 12. Juni 2013
...dann hat es sich wohl doch gelohnt!
Das war ein Schock! Der
einheimische Nachfolger, der die Arbeit von unsern Freunden weitermachen
sollte, schien ausgeflippt zu sein. Wahrscheinlich war ihm die Gemeindearbeit
zu viel geworden und er stand kurz vor einem Burnout. All die Verpflichtungen
von früher wollte er nicht mehr weitermachen. Die Verantwortlichen in der
Gemeinde fühlten sich wie vor den Kopf gestoßen. Und in der Gesamtleitung kann
man nur effektiv reagieren, wenn sich alle einig sind. Beim Nachdenken über
diese Situation kam mir auf einmal die Frage :“Und was machst du, wenn in
Miyoshi ein Pastor eingesetzt wird, der alle deine Bemühungen mit einem Mal
zunichte macht?“ Nun haben Barbara und ich uns darum bemüht, alles was wir in
den knapp 40 Jahren in Japan über Missionieren gelernt haben, hier in Miyoshi einzusetzen.
Vor allem, dass die formalen äusseren Dinge nicht so wichtig sind wie die Liebe
zu den Menschen, die wir uns immer wieder neu von Gott schenken lassen müssen.
Wir haben gemerkt, wie viele Leute offen sind für das Evangelium, die gar nicht
immer in der Lage sind, jeden Sonntag zum Gottesdienst zu kommen, die aber in
ihrem Alltag bereit sind, auf Gottes Stimme zu hören. Sie gilt es zu ermutigen,
ihren oft noch zaghaften Glauben zu stärken! Was, wenn ein Gesetzesprediger
käme, der diese Leute verunsicherte?
Eine Ermutigung war die
Abschiedsfeier in der Gemeinde in Iwakura, die erste Gemeinde, in der wir
mitarbeiten durften. In guter Absicht hatten wir damals doch auch manche Fehler
gemacht, weil wir es nicht besser wußten. Und trotzdem hat der treue Gott doch
noch Leute aus der Anfangszeit bewahrt. Sie mußten durch manche Schwierigkeiten
und Anfechtungen hindurch. Aber der Herr hat sie nicht aufgegeben. Und die
Gemeinde selbst ist lebendig. Es ist eine wohltuende, geistlich lebendige
Atmosphäre. Mein Vorgänger, der die Gemeinde gründete und doch schon früher als
gedacht in Deutschland bleiben mußte, hatte sich damals auch Sorgen gemacht.
Gott hatte ihn aber aufgerichtet mit dem Wort aus Johannes 15,16.
Nicht
ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr
hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt. Dass die Frucht bleibt, die Gott wirkt, dass ist
ein Trost! Wenn das das Ergebnis der Missionsarbeit ist, dann hat es sich
gelohnt. Nicht nur für die Missionare, sondern auch für alle, die auf
irgendeine Weise dazu beigetragen haben.
Samstag, 18. Mai 2013
Pfingsten
Ich erinnere mich an
unsern ersten Heimataufenthalt vor ca.34 Jahren, als ich mir Zeit nahm die
Apostelgeschichte neu zu lesen. Die Atmosphäre der ersten Gemeinde in Jerusalem
begeisterte mich. Das passte zu den Frühlingstagen in Wuppertal.Dieses Bibelstudium
weckte eine tiefe Sehnsucht, das Wirken des Geistes Gottes neu zu erleben. Und
in dem anschliessenden Gemeindepraktikum hatte ich tatsächlich den Eindruck,
dass Gott auch noch nach 2000 Jahren lebt, und auf unsere Gebete antwortet.
Eben wurde ich an das
Wort aus Offenbarung 22,17 erinnert: der
Geist und die Braut sprechen:“Komm!“. Genau das ist doch das Ziel der
Arbeit des Heiligen Geistes. Er will die Wiederkunft Jesu vorbereiten. Nicht umsonst
steht am Ende der Offenbarung, nach all den Visionen und tiefsinnigen Bildern
dieses eine Wort „Komm!“. Danach
sehnt sich der Glaubende,der mit wachen Augen durch die Welt geht. Nach dem
Kommen des Herrn, das in Offb21,3.4 beschrieben wird."Siehe, die Hütte Gottes wird bei den Menschen sein!Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst ,der Gott der bei ihnen ist, wird ihr Gott sein. Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen." Das ist es,was diese Welt
heute braucht, die Menschen in Ost und West, in jedem Land und jeder Kultur.
Der Geist(=der Heilige Geist) und die Braut(=die Gemeinde) sprechen „Komm!“ Die Künstler, die sensibel den
Zustand der Welt deuten, wissen es schon lange, dass es keine Hoffnung mehr
gibt. Deshalb sind ihre Signale so schrill und verzweifelt. Deshalb flüchten
sich so viele in Drogen und Genuss, weil sie diese Widersprüche nicht mehr
ertragen können.
Menschen werden nicht
mehr als Menschen behandelt. Embryos sollen gezüchtet werden. Das Geschöpf will
den Schöpfer verleugnen und sich selbst zum Herrn über Leben und Tod machen. Auf
diese Weise wird die Welt immer chaotischer. Wir verlieren jeglichen
Maßstab.Wir haben nur eine Chance, damit alles wieder in Ordnung kommt. Das ist
die Wiederkunft des Herrn,der Recht spricht. Der das Böse stoppt und das
Verwundete heilt. Die Gemeinde, die mit geöffneten Augen die Wirklichkeit
sieht, ruft:“Komm, Herr Jesus!“ Und
der Heilige Geist, der uns vor Gott vertritt, ruft „Komm!“. Diesen Ruf kann nur der vernehmen und verstehen, dem der
Herr die Augen geöffnet hat. Der stimmt mit ein in dieses Gebet:“Komm!“ Und nur wer mitbetet, der
erfährt wie die Sehnsucht nach Gott gestillt wird. Wen dürstet, der komme und trinke
das Wasser des Leben umsonst. Das ist Gnade.
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