Mittwoch, 1. Juli 2015

wenn ich so nachdenke. . .

Wenn ich so die letzten beiden Jahre überschaue, erscheint mir der Wechsel nach Düsseldorf etwas schnell gewesen zu sein. Weil die Zeit davor eher überschaubar war, und mit der Rückkehr nach Deutschland etwas völlig neues begann, wollte ich so bald wie möglich in geregelten Verhältnissen weiterarbeiten. In einer japanischen Gemeinde in Deutschland konnte ich tun, was ich vorher auch getan hatte, nämlich Japanern das Evangelium weitersagen. Aber ich hätte doch meine Vorgänger im Dienst fragen sollen, wie es ihnen ergangen sei und was sie mit raten würden. Wir haben auch gebetet und nach dem Willen Gottes gefragt. Aber wir hätten lieber noch etwas warten sollen. „Gott kommt spätestens rechtzeitig.“ hörte ich neulich. Ich wollte möglichst schnell alles fertig haben. Auf die Weise mussten wir einmal nach Meerbusch umziehen und einmal wieder zurück in diese Gegend. Das war für meine Familie eine unnötige Belastung. Jetzt hat das Rentenalter begonnen, die Zeit der „Entschleunigung“. Ich muss keine schnellen Entschlüssse treffen, um Menschen bei Laune zu halten.Ich will mir mehr Zeit nehmen, auf Gottes Stimme zu hören.

Samstag, 30. Mai 2015

Auf dem Eisbrecher

Vor einer Woche fuhren wir auf einem Eisbrecher, auf dem früher mein Schwiegervater schon mal arbeitete. Im Sommer arbeitete er auf einem Schaufelbagger,der die Elbe von Sand freischaufeln musste. Und bei einem strengen Winter kam es vor, dass in der Ostsee der Schiffsverkehr schwierig wurde. Da mussten Fahrrinnen für die Schiffe freigemacht werden. Damals war der Einsatz der Eisbrecher lebensrettend für die Mannschaften von Schiffen, die im Eis festgefroren waren. Was wir erlebten,war dagegen eine Vergnügungsfahrt. Man lernte andere Leute kennen, konnte sich Kaffee und Imbisse kaufen. Wir starteten im Regen, aber je mehr wir in Richtung Nordsee fuhren, desto schöner wurde das Wetter. Es war der Vorabend von Pfingsten. Da kommen einem Vergleiche zu dem „Schiff, das sich Gemeinde nennt.“ Jesus Christus kam auf die Erde, um die zu retten, die von Gott getrennt sind und keine Aussicht auf Rettung haben. Da wo alles festgefahren schien, da machte Jesus einen Weg frei. Aber wenn Zeit vergeht und man sich wieder sicher fühlt, dann wird das Wunder der Errettung vergessen. Dann verstummen Lob und Dank. Dann wird aus dem Rettungsboot ein Kreuzfahrtschiff, wo man nur noch seinen Urlaub genießt und in Erinnerungen schwelgt. Hat der Herr uns dazu erlöst? Gehen nicht auch heute noch Menschen verloren? Ich will mich darauf besinnen, dass Jesus sein Blut vergoß, damit ich ein Kind Gottes wurde. Dafür will ich dankbar sein und auch anderen sagen, wie gut es ist,mit Jesus zu leben.

Mittwoch, 13. Mai 2015

An der Qelle

An der Quelle Wir nutzen die Frühlingszeit aus, um die Gegend um Angelburg zu erkunden. Ich geniesse das satte Grün der Buchen, der Duft der Wälder. Wandern wäre wohl geprahlt, spazieren gehen trifft es wohl besser. Und man muss sich noch nicht mal bewegen, man kann diese wunderbare Gegend auch aus dem Auto sehen und sich darüber freuen. Vor ein paar Tagen gingen wir noch mal einen Berg hoch zu einem Tretbecken. Da war noch kein Wasser drin, aber direkt daneben war eine Quelle. Reines Wasser, direkt aus dem Berg. Leute die es kennen, holen sich hier auch Wasser zum Trinken oder zum Kaffeekochen. Aber es ist schon etwas Besonderes, zu sehen, wie das Wasser aus dem Röhrchen fließt, und dieses kühle Nass aus der hohlen Hand zu trinken.. Ich höre die Einladung des Herrn Jesus: „Wen da dürstet,der komme zu mir und trinke!“ (Joh7,37b) Der Zusammenhang macht klar, dass der Herr mit diesem frischen Quellwasser den Heiligen Geist meinte. Wie kommt ein Mensch dazu, gelingendes Leben zu erfahren. So viele sind unerfüllt ausgetrocknet. Und Jesus sagt einfach: „Wer Durst hat, komme zu mir und trinke!“ Darüber kann man sich viele tiefe Gedanken machen. Aber wer wirklich Durst hat, der trinkt. Jesus macht einen tatsächlich satt.

Sonntag, 3. Mai 2015

Der Mai ist gekommen....

....die Bäume schlagen aus. Gemeint ist mit dem Volkslied wohl, dass die Bäume grün werden. In Japan blühen im April die Kirschbäume und danach wird alles grün. In Deutschland kommt einem dieser Prozess etwas langsamer vor.Aber es wird auch Frühling. Und besonders das satte Grün der Buchen tut einem gut.Es ist eine schöne Jahreszeit. Allerdings muss ich wohl vergessen haben, wie kalt es um diese Zeit noch oft ist. Vor allem, wo ich eigentlich jetzt Zeit hätte, mich mehr um den Garten zu kümmern, komme ich am Ende doch nicht so schnell dazu, wie ich es mir vorgestellt hatte.Immerhin auf Barbaras Nachfragen hin habe ich jetzt doch schon ein bisschen Gartenland umgegraben.Beim Beschneiden der Hecke aus Fichten war ich eifriger, so eifrig, dass es meiner liebe Frau schon nicht mehr gefiel. Ihr wäre es lieber gewesen, wenn ich noch mehr Grünes stehen gelassen hätte.
Jedenfalls werde ich im Frühjahr immer wieder dankbar für die wunderbare Natur, die unser Schöpfer geschaffen hat. Wie lieb hat uns der Vater im Himmel!

Samstag, 28. März 2015

Uns wird eine Stunde geklaut! - oder nicht?

Seit 35 Jahren gibt es in Deutschland schon die Sommerzeit. Das erste Mal war es ein unbeschreibliches Hochgefühl. Es schien so, als hätte die Regierung damals eine ganz besondere Entdeckung gemacht- einen Weg, um unsere beschränkte Zeit noch viel effektiver zu nutzen. In der warmen und hellen Jahreszeit wollten wir eine Stunde früher aufstehen, um im Gegenzug in der kalten Jahreszeit eine Stunde länger schlafen zu können. Den größten Teil dieser "Zwischenzeit" von 1980 an bis jetzt befand ich mich mit meiner Familie in Japan. Da brauchten wir im Frühling die Uhren nicht vor- und im Herbst nicht zurückzustellen.
Einmal als wir in Deutschlande waren,  wären wir beinahe zu einem Gottesdienst am Sonntagmorgen zu spät gekommen, weil wir es vergessen hatten, die Uhren vorzustellen. Aber auch sonst fanden wir schon öfter Gelegenheit, über den Sinn der Zeitumschaltung nachzudenken.
Wie viel Leute müssen  dafür extra arbeiten, und müssen dafür bezahlt werden, um diesen Wechsel von der Winterzeit in die Sommerzeit und ein halbes Jahr später das Zurückschalten der Uhren reibungslos zu gewähren.
Alle fünf oder sechs Jahre kamen wir zurück nach Deutschland, und konnten schon im Flugzeug unsere Uhren acht Stünden zurückstellen. Das war schon lästig genug. Die erste Zeit in Deutschland waren wir noch ganz ausserhalb des normalen Zeitrhytmusses, es war eine Art Benommenheit, die auf Neudeutsch Jetlag genannt wurde. Man war jedesmal froh, wenn man endlich wieder in das normale deutsche Zeitgefühl gefunden hatte.
Und so etwas machten die Deutschen und alle anderen Europäer ohne Not - also freiwillig? Es war schwer zu verstehen. Selbst wenn dieser Zeitwechsel am Sonntag stattfindet, wo es bei den meisten keinen Unterschied zu machen scheint,ob sie morgens um Acht oder um Neun aufstehen - die Fachleute sehen in solche Umstellungen einen beträchtlichen Stressfaktor.
Als Christ kann ich dem ganzen trotzdem noch einen positiven Aspekt abgewinnen. Ich werde im Jahr zweimal an eine Tatsache erinnert, die die meisten Leute nur allzu schnell vergessen.
Gott ist der Herr meiner Zeit. In einem Song heißt es: Gott hat Anspruch auch auf Ihre Zeit, und jeder Augenblick  ist ein Geschenk.

Samstag, 17. Januar 2015

Die Wahrheit wird euch frei machen




In diesen Tagen machen sich die Leute viele Gedanken über Religionen,  ob man vor dem Islam Angst haben  müßte, oder ob wir Christen nicht viel zu hochmütig wären, zu meinen, wir seien besser  als Menschen, die irgend einen anderen Glauben hätten als wir. Die Bundeskanzlerin meinte kürzlich, dass es den Christen an Selbstvertrauen mangele, und dass sie mehr die Bibel lesen und verstehen müssten.
In Johannes 8, 31 und 32 hat Jesus interessante Worte gesprochen.
31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger
32 und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Also, die an Jesus glauben, die ihm vertrauen, die sollen sich auch an die Bibel halten. Erst dann können sie wirklich von ihm lernen. Ich lese die Bibel. Aber ich tue das nicht, weil man es als Christ tun soll, sondern um Jesus noch besser kennen zu lernen.
Mir ist das jetzt schon so oft passiert, dass ich es hier weitergeben kann. Der erste Augenblick, wenn ich eine Bibelstelle aufschlage und sie lese, dann sagt sie mir oft gar nichts. Und ich frage mich: das soll Gottes Wort sein? Will Gott mir dadurch etwas sagen. Ich empfinde überhaupt nichts.
Aber was hat der Herr in V31 gesagt? „Wenn ihr die Bibel aufschlagt, seid ihr tatsächlich meine Schüler“?
Nein! „Wenn ihr an meinem Wort bleibt. . .“ Und das lohnt sich tatsächlich. Je länger ich über das nachdenke,was ich lese, desto mehr redet dieses Wort zu mir. Und dann merke ich, was der Herr mir sagen will. Manchmal ist das nicht gleich etwas, was ich tun kann. Oft merke ich, dass ich das gar nicht kann. Ich sehe meine Grenzen. Und ich muss mit meinem  Herrn eine ganze Weile reden, bis ich erkenne, dass mein Herr nicht so ein hartherziger Gesetzgeber ist, sondern dass er sehr großzügig ist. Es geht ihm nicht in erster Linie darum, dass ich was tue, sondern dass ich ihn erkenne. „Ihr werdet die Wahrheit erkennen.“ Und die Wahrheit bedeutet, dass Gott mich liebhat. Aber wenn mir das klar wird, dann wird auch das Dunkele hell und das Schwere leicht. „Die Wahrheit wird euch freimachen.“

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Auf der Suche nach Bethlem




Wir wollten das erst Mal mit dem Auto zur Feg in Düsseldorf fahren, zum Weihnachtsgottesdienst. Am Heilig Abend waren wir zum Gottesdienst der  Hillsong Church. Die haben eine Musik, die junge Leute anspricht, und viele von der jungen Generation findet man da. Für unsere Kinder gerade richtig. Auf dem Weg dahin streikte unser Navi die meiste Zeit, für die letzten paar Kilometer sprang die Maschine schließlich an. Das half zur Orientierung! Es regnete Bindfäden. Das „Theater der Träume“,ein ehemaliges Kino, war ziemlich voll. Bald ging der Gottesdienst los. Erst gab es Geschenke für einige, dann sangen wir Weihnachtslieder. Die Band schaffte es, dass wir auch die traditionellen Lieder mit Schwung und Begeisterung sangen. Die Botschaft war auch leicht verständlich und ansprechend. Der Einladung zu Jesus folgten viele. Sie wollten Jesus zum Herrn ihres Lebens machen.
Die Rückfahrt verlief ziemlich zügig. Zu Hause das Abendessen wurde genossen. Die Weihnachtsgeschichte, die in der Meerbuscher Zeitung gedruckt war, wurde gelesen, und dann einige Advents- und Weihnachtslieder gelesen. Dann kam die Bescherung. Es war schön.
Das Frühstück war später als sonst.  Und dann ging es los,mit dem Auto zum Gottesdienst. Die noch nicht auf waren, blieben zu Hause. Auch den Weg zum Düsseldorfer Gemeindehaus waren wir noch nie mit dem Auto gefahren. Eas war schon knapp, der Navi ging gerade an, wir fahren zu früh von der Autobahn abgebogen, aber die Stimme von der Maschine gabe ja wieder die  Richtung an, da ließ uns das Navi im Stich. Die Screen wurde schwarz  und blieb schwarz. Es war wie bei den Weisen, die den neuen König suchten, aber  nicht finden konnten. Orientierungssinn hatte ich noch nie viel gehabt.  Und viele Leute zum Fragen waren an diesem Weihnachtsmorgen auch nicht auf der Straße. Am Morgen hatte ich noch von den Weisen gelesen, wie der Stern vor ihnen hergezogen war, um ihnen den Weg zum Jesuskind zu zeigen. Aber wir fanden keinen Stern.
Was uns dann doch etwas half, war Barbaras Orientierungsgefühl. Dann noch einmal nach dem Bahnhof gefragt, und plötzlich kam die Gegend wieder bekannter vor. Wir kamen zwar 10 Minuten zu spät, aber hatten vom Gottesdienst noch nicht viel verpasst. Und auch nachher war noch viel Gelegenheit zur Gemeinschaft.