Montag, 25. August 2008

Wieder in Miyoshi


Wir sind wieder zurück! Es war eine gute Zeit in Deutschland, die sieben Wochen. Die Hochzeit von Claudia und Christian in Wien war schön. Und die zahlreichen Eindrücke aus der traditionsreichen Hauptstadt Österreichs sind unvergeßlich. Auch die Gelegenheiten, Geschwister und Freunde zu treffen,waren uns sehr wichtig. Immer wieder konnten wir hören: "Ich bete für dich!",und das ist eine enorme Ermutigung. Dafür sind wir dankbar. Wir konnten bei Barbaras Mutter und meiner Mutter sein. Die Wohnung in Lützel war gut. Wir konnten viele Spaziergänge in der Natur unternehmen. An einem der letzten Tage sahen wir die Auswirkungend es Sturmes Kyrill, und wie der Schöpfer in seiner Weisheit die Erde geschaffen hat,um auch Katastrophen zu überstehen.
Wegen eines Taifuns in Honkong änderte sich unser Flugplan etwas. Aber am Samstagabend waren wir dann doch wieder hier, und am Sonntagmorgen konnte ich mit der ersten Predigt über Nehemia beginnen. Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist tatsächlich noch etwas zurückgegangen,aber wir beten darum,daß Gott wieder mehr Leute schickt. Gestern abend war das traditionelle Feuerwerk in Miyoshi wir jedes Jahr um die Zeit. Viele Leute waren auf den Beinen. Möge unser Gott doch auch einen Hunger nach seinem Wort schenken! Daß viele Leute, die hier wohnen ewiges Leben finden möchten.

Dienstag, 22. Juli 2008

Ausflug in die Slowakai

Heute haben wir zu dritt einen Abstecher nach Bratislava gemacht. Barbara, Susi und ich. Mit Bahn und Bus brauchten wir dazu von Schwechat aus eineinhalb Stunden. Es war interessant,einen andern Teil Österreichs zu durchfahren, die vielen Felder und Wälder zu sehen und die Windmühlen. Vor allem aber in ein anderes osteuropäisches Land zu reisen. Das hatte nun eine völlig eigene Atmosphäre. Von weitem konnte man schon die Burg erkennen,die der Stadt Bratislava ihr Gepräge gab. Die vielen Hochhäuser aus der Zeit des Kommunismus sind nicht ganz so langweilig,sondern weisen eine eigene Farbgebung auf.
Beim Besichtigen der Stadt merkt man,daß hier auch Kunst studiert wird. Das Stadtbild ist durchsetzt mit modernen Kunstobjekten, die eine originelle Ergänzung zu der mehr mittelalterlichen Prägung der Stadt sind. Hier kann man Geschichte greifen.
Die Burg reicht noch aus der Steinzeit zurück. Vieles was Europa geprägt hat,wird hier sichtbar. Griechisch orthodoxe Kirchen,katholische, protestantische, alle sind noch erhalten.
Während in Wien alles viel großzügiger und prächtiger gebaut wurde, erscheint in Bratislava alles noch traulicher und näher.
Dazu gehört auch,daß die Slowaken ihre eigene Sprache haben. Es ist nicht alles in Deutsch und Englisch übersetzt. Und auch mit dem Euro kann man nicht überall einkaufen.
Der erste Eindruck war,daß die Leute unfreundlich seien,und nur widerwillig einem Ausländer helfen würden. Dieses Vorurteil mußten wir aber am Schluß unserer Reise gründlich korrigieren,als Susi einen Kaffee kaufen wollte und mit dem Automaten nicht zurecht kam.
Ein freundlicher Herr,der unsere Hilflosigkeit bemerkt hatte, drückte die richtigen Knöpfe und bezahlte auch noch den Kaffee. Wir konnten uns kaum bedanken,da war er schon wieder weg.

Dienstag, 15. Juli 2008

Mozarts letzte Tage


Gestern waren wir im Mozarthaus in Wien. Das Haus selbst war nicht so auffällig,paßte gut in das Stadtbild. Aber die Informationen über das Leben des Komponisten,der schon als Kind verwöhnt wurde und sich viele Extravaganzen leistete,waren schon eindrücklich. Daß sein letztes Werk ein Requiem war, und daß er es bis zu seinem Tode fast vollendet hätte,das fand ich bemerkenswert.
Die Leichtigkeit seiner Musik fasziniert mich. Aber weil sie so gefällig ist,vergißt man sie auch bald wieder,scheint mir.
Ich bin froh,daß sich in unbekannten Gegenden Barbara hinter das Steuer setzt. Ich fühle mich da doch eher unsicher und brauche erst etwas Zeit,um mich einzugewöhnen. Für sie ist es zwar auch anstrengend,aber irgendwie schafft sie es doch besser. Im Augenblick ist sie mit unsern Töchtern beim Einkaufen.

Freitag, 27. Juni 2008

Reisevorbereitungen


Langsam wird es ernst.Heute abend kam Barbara aus Tokyo zurück und hatte Rebekka, Johanna und eine Menge Gepäck mitgebracht. Jetzt sind wir wieder sechs Personen und die Koffer warten nur noch darauf ganz gepackt zu werden.
Die Leute,die mich sonntags beim Predigen vertreten, stehen fest. In der Gemeinde habe wir am letzten Sonntag auch schon mal besprochen,was noch beachtet werden muß. Heute vormittag war die letzte englische Bibelstunde vor den Ferien. Eine Frau,die mit ihrem Mann nach Deutschland umzieht,haben wir verabschiedet. Wir wünschen uns natürlich,daß der Mann auch zu Jesus findet. Nach den Sommerferien möchten wir gerne weitermachen mit dem Bibelstudium.

Sonntag, 15. Juni 2008

die Frau von nebenan

Wie oft sind wir ihr begegnet beim Spazierengehen um den See. Sie hatte so eine freundliche offene Art, wir haben auch viel gelacht zusammen. Ihre Enkelkinder und die Kinder aus ihrer Verwandschaft kamen zum Englischunterricht.
Seit ein paar Wochen kam sie ins Krankenhaus, und gestern rief die Tochter an,daß sie gestorben ist. Das war ein Schock. Sie war in unsem Alter! Auch die andern Nachbarn waren geschockt, als sie das erfuhren. Heute nachmittag wurde der Sarg aus dem Haus gebracht. Barbara und ich waren heute abend bei der Trauerzeremonie. Es ist ja doch kein Trost dabei. Der buddhistische Priester hatte auch keine Botschaft, die einem Mut machen kann. Ohne Evangelium ist doch alles trostlos.
Morgen früh wird die Bestattungsfeier sein.
Ein wesentlicher Teil dieser Zeremonien besteht darin,daß man dem Toten Weihrauch opfert als Zeichen der Verehrung. Für Christen ist das aber ausgeschlossen,weil es eigentlich Dämonenverehrung ist. Am Totenkult werden wir uns nicht beteiligen, wollen aber versuchen, den Trauernden in dieser schweren Zeit persönlich zu helfen.

Donnerstag, 12. Juni 2008

auf Leben und Tod

Der Amokläufer vom letzten Sonntag beschäftigt noch immer die Gemüter.Jeden Tag erfahren wir in den Nachrichten neue Einzelheiten über diesen Einzelgänger,der seinen Mordplan ins Internet stellte in der Hoffnung,er werde dadurch Interesse auf sich ziehen. So ganz verstehen kann man das ja auch nicht. Muß man wirklich das Leben von anderen kaputtmachen,wenn man auf die eigene Einsamkeit hinweisen will?
Natürlich fangen jetzt die Analytiker wieder beim Elternhaus an, andere sehen die Probleme der japanischen Gesellschaft in diesem Amoklauf auf gedeckt. Auch das läßt sich nicht von der Hand weisen,daß durch die Technisierung und Vernetzung mit dem Internet die Vereinsamung der Einzelnen nicht verhindert werden kann.
Aber ich glaube,daß der Wert des Lebens vor allen von denen verstanden wird,die der Biblischen Botschaft vom Schöpfer glauben,der alle Menschen nach seinem Bilde gemacht hat. In einem Land in dem diese Botschaft unbekannt ist, sterben jedes Jahr durchschnittlicher 30.000 Menschen durch Suizid. Auch bei Leuten die depressiv sind, ist das Gewissen eine Bremse, sich das Leben zu nehmen, wenn sie an der Bibel orientiert sind. Der Gedanke an den Schöpfer,der uns das Leben gegeben hat,und in dessen Augen wir wertvoll sind, vor dem wir auch verantwortlich sind, wirkt auch bewahrend.
Wie so Christen ohne Not den Kreationismus aufgeben sollten zugunsten eines Evolutionismus, dem es egal ist,was aus dem Einzelnen wird und welche ethischen Konsequenzen sich daraus ergeben, das verstehe ich nicht.

Sonntag, 8. Juni 2008

Typisch Regenzeit

Gestern war noch Sonne angesagt für heute,schon von morgens an. Als ich vor sechs Uhr aufwachte, goß es in Strömen. Da können sich die Wetterfritzen bei NHK noch so anstrengen, so was werden sie wohl doch nie ganz in den Griff bekommen. Allerdings kann man die Situation aus verschiedenen Perspektiven sehen. Als Zeichen der Klimakatastrophe, von der ja schon immer mehr in den Medien geredet wird. Man könnte es sogar als dezenten Hinweis auf den drohenden Weltuntergang erkennen. Oder eben als typisches Zeichen der Regenzeit in Japan, an der sich die Vorhersager schon oft die Zähne ausgebissen haben.
Jedenfalls war das Coffee house gestern gut. Wir hatten zwar Zeitweise schon mehr Besucher, aber das Programm war diesmal gut. Grace und Lisa sangen zur Gitarre, Judith erzählte ihr Zeugnis, Julia ließ alle eine Ermutigung auf ein Blatt auf dem Rücken der Teilnehmer schreiben und sagte etwas zu Jesaja 43,4 " Du bist wertvoll in meinen Augen. Ich habe dich lieb." Und zum Schluß brachten auch noch die Kinder ihren Beitrag, ein lustiges Rätselspiel.
Jedenfalls stimmt es noch immer,daß man in dieser Zeit nicht den Regenschirm vergessen soll,wenn man ausgeht.