Sonntag, 4. April 2010

Ostereiersuche unter blühenden Kirschbäumen


Die Osterfeier war schon länger geplant. Wir hatten auch Gäste dazu eingeladen,die Leute,die sonst auch in Abständen zum Gemeindecafe kamen. Wir hatten auch einiges vorbereitet. Der Osterbericht mit den Emmausjüngern wurde als Spiel eingeübt. Das Üben machte auch Spaß,weil Erwachsene und Kinder etwas gemeinsam machten. Die Ostereier brachte ein Mann,der erst seit Weihnachten zur Gemeinde kommt. Er arbeitet in einem Supermarkt. Einige junge Frauen kochten sie und beklebten sie mit bunter Folie.

Eigentlich sollte die Feier um 13 Uhr starten. Aber bis alle da waren,und alles so weit klar war,dauerte es doch noch 20 Minuten.Die letzten Minuten muß dann alles ganz schnell gehen. Das Programm noch einmal umstellen,neue Liedblätter ausdrucken, die Begleitung einüben..Hetze!

Wir singen, die Mitarbeterinnen haben die richtige Art,mit den Kindern umzugehen. Es läuft alles ganz gut. Nach den Spielen kommt das Theaterstück, das zeigt,was für eine Sensation es für die Jünger damals gewesen sein muß,als sie merkten,daß Jesus doch lebt.

Seit zwei oder drei Wochen haben wir hier schon Kirschblüte im Park. Aber meistens war der Wind zu kalt,um sich gemütlich unter die Bäume zu setzen. Heute aber war es endlich warm genug.Viele Leute waren gekommen,um Barbecue zu machen. Wir gingen in den Park,um mit den Kindern Ostereier zu suchen. Später fiel mir beim Betrachten der Fotos auf,daß die meisten eifrig Ostereier suchten,aber kaum noch jemand auf die Kirschblüten achtete, die eine wahre Pracht entfaltet hatten.

Anschließend war dann noch Kaffeetrinken mit Gelegenheiten zu Gesprächen. Was ist unter dem Strich geblieben? Keine großen Dinge, keine sichtbaren Entscheidungen für Jesus. Aber doch war Gott am Werk. Ein Ehepaar, war seit Weighnachten wieder zur Gemeinde gekommen. Ihrem kleinen Sohn,der beträchtliche Atemschwierigkeiten gehabt hatte,ging es besser. Gott sei Dank! Ein Mädchen,das unter dem plötzlichen Tod ihres Bruders gelitten hatte, sah wieder fröhlicher aus.Beim Handglockenspiel wurden Kinder und Erwachsene mit hineingenommen, um ein japanisches Lied zu spielen.

Danke an alle,die mit uns für diese Osterfeier gebetet haben. Danke an Gott,der auf unsere Gebete antwortet.

Dienstag, 16. März 2010

Sich selbst finden

Als Missionar muß ich lernen,die Kultur und Denkweise eines anderen Volkes zu lernen. Die Sprache allein reicht nicht aus. Was akkustisch verstanden wurde,ist noch lange nicht verinnerlicht. Ich will ja keine Nachahmer, sondern Menschen,die aus eigener Überzeugung Christus nachfolgen. In dem Bemühen,das Denken und Fühlen der Japaner zu verstehen, muß ich aber auch aufpassen,daß ich mich nicht selbst verliere.
In Japan ist es wichtig,daß man seine eigene Meinung auch zurückstellen kann und nicht um jedenPreis darauf beharrt. Als ich für längere Zeit in Deutschland war und nach meinen Gedanken zu einer bestimmten Sache gefragt wurde,konnte ich nicht gleich antworten. Ich hatte erst eimal überlegt,was ,meine Vorredner gesagt hatten,und überlegte, was ich dem hinzufügen sollte,anstatt spontan meine Meinung zu sagen. So stark hatte mich das Leben in Japan geprägt.
Ich darf nie vergessen,wer ich selber bin. Als ich die Passionsgeschichten las,fiel mir in der letzten Zeit auf, wie sehr sich der Herr seiner Identität bewußt war. Als er die Soldaten fragt wen sie suchen und "Jesus von Nazareth" als Antwort bekommt,da bekennt er sich sofort zu seinem Auftrag."Das bin ich." In gewissem Sinn ergreift er die Initiative,damit die Passionsgeschichte beginnen kann.
Gott hat mich und dich als Menschen geschaffen mit Gaben und Grenzen. Wir sollen uns annehmen und zu unsern Vorzügen und Nachteilen stehen. Kein Mensch ist vollkommen.Aber ich bin ein Geschöpf Gottes. Das ist etwas Gutes. Gott hat mich nicht dazu geschaffen,damit oich meine Persönlichkeit unterdrücke und mich wie ein Chamäleon an meine Umwelt anpasse,sondern damit ich meinen Teil dazu beitrage, daß seine Herrlichkeit erkannt wird.

Dienstag, 16. Februar 2010

Wahre Helden

Die Winterolympiade hat begonnen. Der Wettlauf um die Medaillen ist in vollem Gang. Im Augenblick ist Deutschland an der Spitze. Das ist auch mal ein schönes Gefühl. In diesem Land allerdings mit dem andauernden Appell, daß man sich anstrengen soll,um sich Achtung zu verschaffen, geht einem der Leistungsdruck auch manchmal auf die Nerven. Wenn man nicht aufpaßt, läßt man sich selbst auch von den hochgeschraubten Erwartungen anderer verrückt machen. In der Gemeinde sollte das eigentlich so nicht sein. Da sollte eigentlich ein Freiraum sein. Da sollten wir die Menschen mit den Augen Gottes sehen,der nicht nach Leistung mißt, sondern Sonne und Regen freigiebig für Gute und Böse bereitstellt.
Die Nachricht von dem jungen Mann,der sein Leben riskierte,um eine Frau zu retten, die betrunken auf die Gleise gefallen war, erinnerte mich an die Art,wie Gott mit uns umgeht. Ich weiß nicht viele Details über dieses Ereignis. Aber in meinen Augen hat dieser junge Mann mindestens eine Goldmedaille verdient. Und ich denke auch an andere, die es mit ihrer einfühlenden Art verstehen, Eingeschüchterte aufzumuntern, daß die richtig auftauen. Andere können mit ihrem herzlichen Humor eine angespannte Atmosphäre auflockern. Mir fällt ein, wie ich durch Unachtsamkeit einen Autounfall verursacht hatte.(Obwohl es nur Blechschaden war, hatte mich die Sache ziemlich deprimiert.) Abends rief mich ein anderer Missionar an,und half mir auf liebe Weise,die Situation zu verarbeiten. Das sind die Helden,die wir noch nötiger brauchen als Goldmedaillengewinner.
Und es muß noch nicht einmal so eine Situation sein, in der wir die Helfer und die anderen die Hilfebedürftigen sind. Friedrich Bodelschwingh vergleicht einmal den Sieg eines Alkoholikers über seine Sucht mit dem Sieg eines Generals in einer Schlacht. Mit Gottes Hilfe sich selbst zu besiegen, das ist etwas Gewaltiges. Ich will mich durch die Olympischen Spiele anspornen lassen, meinen Teil beizutragen,damit das Licht über die Finsternis, die Hoffnung über die Verzweiflung,
die Liebe über die Feindschaft siegen kann.

Sonntag, 24. Januar 2010

Wie wird man sich einig?

Anfang des Jahres wird in unsern Gemeinden ein Ziel aufgestellt. Die Jahreshauptversammlung findet meistens Ende Januar Anfang Februar statt. Dann einigt man sich auf ein Programm,für das alle beten und arbeiten wollen. Um effektiv zu arbeiten ist das ein guter Weg. Aber das Problem ist, daß die Zeit oft knapp ist.
Und wenn dann Leute dabei sind,die es gut meinen, aber geistig eher unbeweglich,dann kann es leicht zu Zusammenstößen kommen. Gestern ging es darum, im Vorfeld schon mal abzuklären,wie es in der ersten Jahreshälfte mit dem Gemeindecafe gehalten werden soll. Weil schon vorher Leute mit kontroversen Ansichten sich dazu geäußert hatten,waren wir etwas besorgt,ob wir wohl auf einen Punkt kommen würden.
Aber Gott hatte dann doch schon dieses Gespräch vorbereitet. Wir selbst haben auch keine Methode,wie man in der Gemeinde Zusammenarbeit und Auf-einander-hören fördern kann, obwohl wir uns so etwas sehr wünschen.Aber unser Herr hat das auf seine Art gemacht. (Vielleicht nehmen wir uns selbst auch zu wichtig?)
Ich weiß es nicht. Ich bin aber dankbar,daß die Missionsarbeit nicht von mir abhängt,sondern von meinem Herrn. Und der versteht die Herzen der Menschen,ob es nun in Deutschland ist,oder in Japan.

Freitag, 1. Januar 2010

Start in ein neues Jahr

Diesmal fing das neue Jahr relativ cool an. Man könnte auch sagen kalt. Die Nacht hatte es etwas geschneit. Daß zum Gottesdienst nicht so viele Leute kommen würden,das hatten wir uns schon gedacht. Denn um diese Zeit fahren viele auch zu ihren Familien. Umso mehr freut man sich dann über die wenigen Getreuen. Und im Vergleich zum letzten Jahr,waren es dieses Neujahr schon mehr. Vor allem war ein Mann zum zweiten Mal gekommen,den wir auch erst seit dem Heiligabend Gottesdienst kennen. Er hat Interesse am Evangelium. Heute haben wir eine Zeit abgemacht,wenn wir gemeinsam die Bibel lesen.
Der Text für heute war die Jahreslosung für 2010 aus Johannes 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Bei allem was in diesem Jahr als neue Herausforderungen oder auch Bedrohungen vor uns steht,gilt doch,daß unser Herr stärker ist und die Welt überwunden hat.
Ihm vertrauen wir,und mit seinem Sieg rechnen wir.

Sonntag, 29. November 2009

in der Not nicht allein-das ist Advent!

Ich weiß nicht von wem Oma diesen Ausspruch hatte, wir waren erst schockiert und versuchten sie davon abzubringen."Das Leben ist eine Hühnerleiter, von oben bis unten besch...."Aber Oma war stur. Sie beharrte darauf,daß dieses Leben ein Jammertal sei. Opa war schon lange tot, und sie hatte sicherlich manches Schwere durchmachen müssen.
Vor ein paar Jahren hatte ich eine sehr schmerzliche Adventszeit. Ich mußte Antibiotika nehmen, viel im Bett liegen. Richtig schmerzfrei fühlte ich mich nur in der Badewanne. In der Zeit habe ich auch viel geduscht. Unter der Dusche singe ich gerne, und im Advent probiere ich aus,wieviele von den alten Adventsliedern ich noch auswendig kann. Mein Lieblingslied ist "Wie soll ich dich empfangen"von Paul Gerhard. Die Melodie gefällt mir und bei dem Text teste ich halt,wieviel ich noch von den Gedankengängen zusammenbringe. Besonders die 5. Strophe hat es mir angetan.
"Nichts,nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt.
als das geliebte Lieben, damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen und großen Jammerslast,
die kein Mensch kann aussagen,
so fest umfangen hast."
Daß es viel Not in der Welt gibt,und daß manches so schwer ist,daß Worte nicht ausreichen,um es zu beschreiben,das hat dieser Pfarrer aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges erlebt. Und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Aber auch dieses andere ist wahr. Gott läßt uns mit unserer Not nicht alleine. Seine Liebe umfängt auch alle diese unausgesprochene und vor vielen versteckte Not. Wer das verstanden hat,der kann aufatmen. Er weiß:ich bin mit dieser Not und mit dem Wissen um diese Not nicht alleine. Das macht Mut!

Freitag, 6. November 2009

Ermutigung durch andere Mitarbeiter

Vom 4.bis 6.November fand in Hakone in der Nähe des Fudschiberges die Konferenz für Gemeindebauer statt. In diesem Jahr war sie kürzer als sonst,weil alle etwas sparen müssen. Es war auch kälter geworden,obwohl wir die ganze Zeit gutes Wetter hatten. Andere Leute treffen,die die gleiche Arbeit tun,und mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, ist oft eine Ermutigung.
Diesmal war es auch so.
Gott ist auch in Japan am Werk. Auch hier hören Menschen das Evangelium und kommen zum Glauben. Aber der Blick auf die Bibel zeigt uns, daß es der Herr selbst ist,der seine Gemeinde baut und Wachstum schenkt. Und Wachstum braucht Zeit. Es ist ein Prozeß. Was ich hin und wieder schon in Miyoshi erlebte,ist mir hier noch einmal deutlich geworden : Ich muß geduldig sein mit den Leuten,die noch keine öffentliche Lebensübergabe an Jesus vollzogen haben. Ich darf sie nicht hetzen,ich darf keinen Druck machen. Statt dessen muß ich ermutigen und darauf aufmerksam machen,was Gott schon im Lebend er betreffenden Person getan hat.
Die Arbeit mit Kleingruppen interessiert mich, und es wurde dabei deutlich,daß es darauf ankommt,daß Vertrauen zwischen Christen wächst,daß man beginnt über die eigenen Probleme zu reden und für einander zu beten. Mir scheint,daß diese Art der geistlichen Gemeinschaft für die zukünftigen Gemeinden immer wichtiger wird.
Dazu gehört,daß der Leiter sich selbst zurücknimmt,daß er zuhören kann und Austausch ermöglicht. Wenn dieses Gemeindebild sich durchsetzen kann,sehe ich für die Missionierung Japans große Chancen. Laßt uns darum beten!