Dienstag, 18. Mai 2010
Die Beziehung nach oben
In Japan,wo viele Leute auf engem Raum leben, sind Regeln nötig,damit das Miteinander reibungslos klappt. Das hat leider oft die Wirkung,daß der einzelne sich anpassen muß an die Gruppe. Gerade hier sind Persönlichkeiten nötig, die nicht nur danach fragen,was gerade populär ist,sondern was richtig ist.
Wer hier länger lebt,der gewöhnt sich einen Lebenstil an,der unnötige Zusammenstöße vermeidet.So etwas empfindet man als Luxus, für den man keine Energie mehr hat.
Auf diese Weise entstehen Interessengruppen,aber keine Freunde. Und auch im Glauben kommt man nicht weiter,wenn man sich nur anpaßt. Die Frage,was Gott denn zu einer Sache meint,das Empfinden,daß man etwas mit gutem oder schlechtem Gewissen macht, das gehört zu unserm Leben als Menschen dazu. Das unterscheidet uns von den Tieren.
Um gute mitmenschliche Beziehungen pflegen zu können,brauchen wir eine gute Beziehung zu Gott. Was mir im Gebet klar geworden ist,das kann ich auch vor andern Menschen vertreten. Im vertrauensvollen Gespräch mit Gott wird auch alles herausgefiltert, was nur aus verletzter Eitelkeit oder Geltungsbewußtsein kommt. Denn im Gespräch mit Gott,erfahre ich meinen wirklichen Wert. Ich bin ein Abbild Gottes. "Gott schuf den Menschen zu seinem Bild...er schuf sie als Mann und Frau." Wir können Gottes Herrlichkeit ausstrahlen. Das ist doch toll!
Sonntag, 4. April 2010
Ostereiersuche unter blühenden Kirschbäumen
Die Osterfeier war schon länger geplant. Wir hatten auch Gäste dazu eingeladen,die Leute,die sonst auch in Abständen zum Gemeindecafe kamen. Wir hatten auch einiges vorbereitet. Der Osterbericht mit den Emmausjüngern wurde als Spiel eingeübt. Das Üben machte auch Spaß,weil Erwachsene und Kinder etwas gemeinsam machten. Die Ostereier brachte ein Mann,der erst seit Weihnachten zur Gemeinde kommt. Er arbeitet in einem Supermarkt. Einige junge Frauen kochten sie und beklebten sie mit bunter Folie.
Eigentlich sollte die Feier um 13 Uhr starten. Aber bis alle da waren,und alles so weit klar war,dauerte es doch noch 20 Minuten.Die letzten Minuten muß dann alles ganz schnell gehen. Das Programm noch einmal umstellen,neue Liedblätter ausdrucken, die Begleitung einüben..Hetze!
Wir singen, die Mitarbeterinnen haben die richtige Art,mit den Kindern umzugehen. Es läuft alles ganz gut. Nach den Spielen kommt das Theaterstück, das zeigt,was für eine Sensation es für die Jünger damals gewesen sein muß,als sie merkten,daß Jesus doch lebt.
Seit zwei oder drei Wochen haben wir hier schon Kirschblüte im Park. Aber meistens war der Wind zu kalt,um sich gemütlich unter die Bäume zu setzen. Heute aber war es endlich warm genug.Viele Leute waren gekommen,um Barbecue zu machen. Wir gingen in den Park,um mit den Kindern Ostereier zu suchen. Später fiel mir beim Betrachten der Fotos auf,daß die meisten eifrig Ostereier suchten,aber kaum noch jemand auf die Kirschblüten achtete, die eine wahre Pracht entfaltet hatten.
Anschließend war dann noch Kaffeetrinken mit Gelegenheiten zu Gesprächen. Was ist unter dem Strich geblieben? Keine großen Dinge, keine sichtbaren Entscheidungen für Jesus. Aber doch war Gott am Werk. Ein Ehepaar, war seit Weighnachten wieder zur Gemeinde gekommen. Ihrem kleinen Sohn,der beträchtliche Atemschwierigkeiten gehabt hatte,ging es besser. Gott sei Dank! Ein Mädchen,das unter dem plötzlichen Tod ihres Bruders gelitten hatte, sah wieder fröhlicher aus.Beim Handglockenspiel wurden Kinder und Erwachsene mit hineingenommen, um ein japanisches Lied zu spielen.
Danke an alle,die mit uns für diese Osterfeier gebetet haben. Danke an Gott,der auf unsere Gebete antwortet.
Dienstag, 16. März 2010
Sich selbst finden
In Japan ist es wichtig,daß man seine eigene Meinung auch zurückstellen kann und nicht um jedenPreis darauf beharrt. Als ich für längere Zeit in Deutschland war und nach meinen Gedanken zu einer bestimmten Sache gefragt wurde,konnte ich nicht gleich antworten. Ich hatte erst eimal überlegt,was ,meine Vorredner gesagt hatten,und überlegte, was ich dem hinzufügen sollte,anstatt spontan meine Meinung zu sagen. So stark hatte mich das Leben in Japan geprägt.
Ich darf nie vergessen,wer ich selber bin. Als ich die Passionsgeschichten las,fiel mir in der letzten Zeit auf, wie sehr sich der Herr seiner Identität bewußt war. Als er die Soldaten fragt wen sie suchen und "Jesus von Nazareth" als Antwort bekommt,da bekennt er sich sofort zu seinem Auftrag."Das bin ich." In gewissem Sinn ergreift er die Initiative,damit die Passionsgeschichte beginnen kann.
Gott hat mich und dich als Menschen geschaffen mit Gaben und Grenzen. Wir sollen uns annehmen und zu unsern Vorzügen und Nachteilen stehen. Kein Mensch ist vollkommen.Aber ich bin ein Geschöpf Gottes. Das ist etwas Gutes. Gott hat mich nicht dazu geschaffen,damit oich meine Persönlichkeit unterdrücke und mich wie ein Chamäleon an meine Umwelt anpasse,sondern damit ich meinen Teil dazu beitrage, daß seine Herrlichkeit erkannt wird.
Dienstag, 16. Februar 2010
Wahre Helden
Die Nachricht von dem jungen Mann,der sein Leben riskierte,um eine Frau zu retten, die betrunken auf die Gleise gefallen war, erinnerte mich an die Art,wie Gott mit uns umgeht. Ich weiß nicht viele Details über dieses Ereignis. Aber in meinen Augen hat dieser junge Mann mindestens eine Goldmedaille verdient. Und ich denke auch an andere, die es mit ihrer einfühlenden Art verstehen, Eingeschüchterte aufzumuntern, daß die richtig auftauen. Andere können mit ihrem herzlichen Humor eine angespannte Atmosphäre auflockern. Mir fällt ein, wie ich durch Unachtsamkeit einen Autounfall verursacht hatte.(Obwohl es nur Blechschaden war, hatte mich die Sache ziemlich deprimiert.) Abends rief mich ein anderer Missionar an,und half mir auf liebe Weise,die Situation zu verarbeiten. Das sind die Helden,die wir noch nötiger brauchen als Goldmedaillengewinner.
Und es muß noch nicht einmal so eine Situation sein, in der wir die Helfer und die anderen die Hilfebedürftigen sind. Friedrich Bodelschwingh vergleicht einmal den Sieg eines Alkoholikers über seine Sucht mit dem Sieg eines Generals in einer Schlacht. Mit Gottes Hilfe sich selbst zu besiegen, das ist etwas Gewaltiges. Ich will mich durch die Olympischen Spiele anspornen lassen, meinen Teil beizutragen,damit das Licht über die Finsternis, die Hoffnung über die Verzweiflung,
die Liebe über die Feindschaft siegen kann.
Sonntag, 24. Januar 2010
Wie wird man sich einig?
Und wenn dann Leute dabei sind,die es gut meinen, aber geistig eher unbeweglich,dann kann es leicht zu Zusammenstößen kommen. Gestern ging es darum, im Vorfeld schon mal abzuklären,wie es in der ersten Jahreshälfte mit dem Gemeindecafe gehalten werden soll. Weil schon vorher Leute mit kontroversen Ansichten sich dazu geäußert hatten,waren wir etwas besorgt,ob wir wohl auf einen Punkt kommen würden.
Aber Gott hatte dann doch schon dieses Gespräch vorbereitet. Wir selbst haben auch keine Methode,wie man in der Gemeinde Zusammenarbeit und Auf-einander-hören fördern kann, obwohl wir uns so etwas sehr wünschen.Aber unser Herr hat das auf seine Art gemacht. (Vielleicht nehmen wir uns selbst auch zu wichtig?)
Ich weiß es nicht. Ich bin aber dankbar,daß die Missionsarbeit nicht von mir abhängt,sondern von meinem Herrn. Und der versteht die Herzen der Menschen,ob es nun in Deutschland ist,oder in Japan.
Freitag, 1. Januar 2010
Start in ein neues Jahr
Der Text für heute war die Jahreslosung für 2010 aus Johannes 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Bei allem was in diesem Jahr als neue Herausforderungen oder auch Bedrohungen vor uns steht,gilt doch,daß unser Herr stärker ist und die Welt überwunden hat.
Ihm vertrauen wir,und mit seinem Sieg rechnen wir.
Sonntag, 29. November 2009
in der Not nicht allein-das ist Advent!
Vor ein paar Jahren hatte ich eine sehr schmerzliche Adventszeit. Ich mußte Antibiotika nehmen, viel im Bett liegen. Richtig schmerzfrei fühlte ich mich nur in der Badewanne. In der Zeit habe ich auch viel geduscht. Unter der Dusche singe ich gerne, und im Advent probiere ich aus,wieviele von den alten Adventsliedern ich noch auswendig kann. Mein Lieblingslied ist "Wie soll ich dich empfangen"von Paul Gerhard. Die Melodie gefällt mir und bei dem Text teste ich halt,wieviel ich noch von den Gedankengängen zusammenbringe. Besonders die 5. Strophe hat es mir angetan.
"Nichts,nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt.
als das geliebte Lieben, damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen und großen Jammerslast,
die kein Mensch kann aussagen,
so fest umfangen hast."
Daß es viel Not in der Welt gibt,und daß manches so schwer ist,daß Worte nicht ausreichen,um es zu beschreiben,das hat dieser Pfarrer aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges erlebt. Und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Aber auch dieses andere ist wahr. Gott läßt uns mit unserer Not nicht alleine. Seine Liebe umfängt auch alle diese unausgesprochene und vor vielen versteckte Not. Wer das verstanden hat,der kann aufatmen. Er weiß:ich bin mit dieser Not und mit dem Wissen um diese Not nicht alleine. Das macht Mut!