Montag, 12. März 2012
Benjamin gefeiert
Am 6.März kamen wir abends in Wien an und wurden von Christian abgeholt zum Abendessen. Claudia hatte den kleinen Erdenbürger auf dem Arm. Bei dem gemeinsamen Abendessen mit Oma und Opa war Benjamin doch etwas aufgeregt, aber sein Papa konnte ihn beruhigen. Es ist schon etwas Besonderes,dass da ein Mensch ist,der sich jetzt nach Gottes Plan entwickeln wird. Bei jedem unserer Kinder war es für mich eine spannende Sache,mitzuerleben wie sie größer wurden, welche Gaben sie hatten, woran sie Interesse hatten,usw. Deshalb waren diese ersten drei Tage eine gute Zeit. Zum Schlafen wurden wir zu dem Haus von Christians Eltern gebracht. Das gemütliche Frühstück dort,war auch eine besondere Erfahrung. Wir erlebten viel Herzlichkeit. Der Höhepunkt war der Ausflug zu einem Fischlokal in Orth an der Donau, wo wir Karpfen auf serbische Art serviert bekamen und ein bißchen Vorfrühlingsatmosphäre schnuppern konnten. Dabei entstand auch das Foto.
Sonntag, 22. Januar 2012
Sohn des Glücks
“Begrüß Benjamin“ stand auf dem E-Mail. Das war eine Überraschung! Unser erstes Enkelkind ist also ein Junge. Als Tag steht der 18.Januar. Die Uhrzeit und das Gewicht überfliege ich erstmal. Die andern Details auch. Mutter und Kind wohlauf. Gott sei Dank!
Und dann öffne ich das beigefügte Foto. Ein Baby, das friedlich schläft. Ich kann die Tränen nicht mehr abwehren, gehe auf die Knie, um Gott zu danken.
Am Vortag wurde das Kind eines japanischen Pastoren geboren, am selben Tag das Kind eines anderen Pastorenehepaars, und dann Benjamin. Der biblische Benjamin hieß erst anders. Jakobs Lieblingsfrau Rahel, die spürte, dass sie Geburt nicht überleben würde, nannte ihn Ben-Oni(=Sohn des Unglücks).“Aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin“, wird in 1.Mose 35,18 berichtet. Jakob erweist sich hier als vernünftiger Vater, der seinem Kind den Segen Gottes wünscht.
Seit einigen Jahren macht sich die Hoffnungslosigkeit breit. Viele Leute haben Angst vor einer Katastrophe. Das Ende der Welt scheint nicht mehr weit zu sein. Und wir Menschen scheinen auch nicht ganz unschuldig daran zu sein. Aber anstatt umzukehren zu dem Schöpfer und ihn um Hilfe zu bitten, spielen einige verrückt. Entweder sie ignorieren die Gefahren, oder sie malen alles schwarz in schwarz und geben die Hoffnung ganz auf.
Dabei ist jedes neugeborene Baby ein Hinweis auf die Barmherzigkeit und Langmut Gottes, der seine Hand noch nicht von dieser Welt abgezogen hat. Jedes Kind, das neu auf die Welt kommt, sollte uns an den Schöpfer erinnern, der seinen Segen noch nicht zurückgezogen hat. Wir haben noch eine Chance. Es liegt an uns, ob wir sie nutzen!
Und dann öffne ich das beigefügte Foto. Ein Baby, das friedlich schläft. Ich kann die Tränen nicht mehr abwehren, gehe auf die Knie, um Gott zu danken.
Am Vortag wurde das Kind eines japanischen Pastoren geboren, am selben Tag das Kind eines anderen Pastorenehepaars, und dann Benjamin. Der biblische Benjamin hieß erst anders. Jakobs Lieblingsfrau Rahel, die spürte, dass sie Geburt nicht überleben würde, nannte ihn Ben-Oni(=Sohn des Unglücks).“Aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin“, wird in 1.Mose 35,18 berichtet. Jakob erweist sich hier als vernünftiger Vater, der seinem Kind den Segen Gottes wünscht.
Seit einigen Jahren macht sich die Hoffnungslosigkeit breit. Viele Leute haben Angst vor einer Katastrophe. Das Ende der Welt scheint nicht mehr weit zu sein. Und wir Menschen scheinen auch nicht ganz unschuldig daran zu sein. Aber anstatt umzukehren zu dem Schöpfer und ihn um Hilfe zu bitten, spielen einige verrückt. Entweder sie ignorieren die Gefahren, oder sie malen alles schwarz in schwarz und geben die Hoffnung ganz auf.
Dabei ist jedes neugeborene Baby ein Hinweis auf die Barmherzigkeit und Langmut Gottes, der seine Hand noch nicht von dieser Welt abgezogen hat. Jedes Kind, das neu auf die Welt kommt, sollte uns an den Schöpfer erinnern, der seinen Segen noch nicht zurückgezogen hat. Wir haben noch eine Chance. Es liegt an uns, ob wir sie nutzen!
Sonntag, 1. Januar 2012
Auf ein Neues
Der Frisör hat zu! Kein Auto auf dem Parkplatz. Das ist wirklich ein seltener Anblick. Der Neujahrsmorgen ist der Tag, wo auch die arbeitseifrigen Japaner mal ausruhen. Damit man feiern kann, damit der Besuch kommen kann, wird vorher der Hausputz erledigt. Am Morgen des ersten Januar sind dann die Strassen ziemlich leer. Dafür sind dann Autobahnen, Schnellzüge und Flugzeuge proppenvoll. Denn die Japaner vom Osten der Insel wollen nun alle gleichzeitig zum Westen, die aus dem Westen reisen alle gleichzeitig zum Osten. Am Silvesterabend fand der Gesangswettbewerb zwischen Männer und Frauen im Fernsehen statt. (Wie in jedem Jahr.) Deshalb sind morgens noch nicht viele Leute auf den Beinen. Das heißt, es gibt immer Enthusiasten, die den ersten Sonnenaufgang genießen wollen. Und der erste Besuch des Schreines ist auch sehr wichtig. Man betet an, wirft eine Münze, kauft sich einen Schein, der einem Bewahrung für das ganze Jahr garantiert. Den heftet man sich an die Wand, das gibt Sicherheit.
In der Gemeinde kommen nur die wenigen, die nicht wegfahren mussten, um ihre Verwandten zu besuchen, zum Gottesdienst. In unserer Gemeinde ist es eine Tradition, dass man sich einen Bibelspruch aussuchen darf. Wir beten miteinander um Gottes Segen für das ganze Jahr.
Wir genießen diese Zeit der Ruhe. In ein paar Tagen geht die Hetze wieder los. Vielleicht kommen aber auch einige Leute ins Nachdenken. Das Erdbeben im letzten Jahr war ein Schock. Wenn doch viele Leute erkennen würden, dass sie Frieden mit Gott brauchen, dass irgendein Götze aus einem Schrein nicht ausreicht, dass sie den Schöpfer und Herrn über alles brauchen!
Im Gemeindehaus gibt es zu Neujahr einen besonderen Blumenschmuck.
In der Gemeinde kommen nur die wenigen, die nicht wegfahren mussten, um ihre Verwandten zu besuchen, zum Gottesdienst. In unserer Gemeinde ist es eine Tradition, dass man sich einen Bibelspruch aussuchen darf. Wir beten miteinander um Gottes Segen für das ganze Jahr.
Wir genießen diese Zeit der Ruhe. In ein paar Tagen geht die Hetze wieder los. Vielleicht kommen aber auch einige Leute ins Nachdenken. Das Erdbeben im letzten Jahr war ein Schock. Wenn doch viele Leute erkennen würden, dass sie Frieden mit Gott brauchen, dass irgendein Götze aus einem Schrein nicht ausreicht, dass sie den Schöpfer und Herrn über alles brauchen!
Im Gemeindehaus gibt es zu Neujahr einen besonderen Blumenschmuck.
Montag, 19. Dezember 2011
Gute Karten
In Japan ist das Neujahrsfest der traditionelle Feiertag. Während wir in Deutschland ab spätestens dem 24. Dezember Feiertag haben,müssen viele Japaner noch sieben Tage länger arbeiten, bis sie endlich feiern können. An Silvester sehen sich viele Leute den alljährlichen Gesangswettbewerb an, wo Männer und Frauen um die Gunst der Zuschauer wetteifern. Am Neujahrsmorgen freut man sich auf einen Packen Glückwunschkarten.
Das ist nämlich so eine Sitte,dass man seinen Freunden und Bekannten Neujahrskarten schreibt. Und die Post bewahrt die Karten auf, sortiert sie und sorgt dafür dass sie alle rechtzeitig am Neujahrsmorgen ausgetragen werden. Dazu werden jedes Jahr Hilfskräfte angestellt. Auf den Karten sind Nummern aufgedruckt. Es gibt eine Verlosung von Briefmarkensets, Campingausrüstungen, Fahrrädern und ähnlichem. Das ist dann noch ein zusätzlicher Anreiz.
Jedes Jahr versuchen viele, ihre grafischen Talente auszuprobieren,künstlerisch anspruchsvolle Glückwunschkarten zu gestalten. Jedes Jahr wird neue Software angeboten,um noch auffälligere Neujahrsgrüße zu produzieren. Und jeder kann mitmachen.
Allerdings gibt es bei den Neujahrskarten eine Einschränkung. Wenn ein Trauerfall in der Familie war, darf man keine Neujahrskarten schreiben. Und weil es ein Geben und Nehmen ist,darf diesen Leuten auch keine Glückwunschkarte zum Neuen Jahr geschrieben werden. Denn sei dürfen sich ja nicht dafür bedanken.
Ich fand die Neujahrskarten immer ganz praktisch,weil man um die Weihnachtszeit, wenn immer viel zu tun ist,noch etwas mehr Zeit hatte. Weihnachtskarten müssen ja schneller fertig sein.
Christen schreiben mehr und mehr Weihnachtskarten und weisen auf die Geburt des Herrn hin.
Was für eine große Hoffnung haben wir im Blick auf die Zukunft! Wenn doch noch viele Menschen in diesem Land unsern Herrn erkennen könnten!
Das ist nämlich so eine Sitte,dass man seinen Freunden und Bekannten Neujahrskarten schreibt. Und die Post bewahrt die Karten auf, sortiert sie und sorgt dafür dass sie alle rechtzeitig am Neujahrsmorgen ausgetragen werden. Dazu werden jedes Jahr Hilfskräfte angestellt. Auf den Karten sind Nummern aufgedruckt. Es gibt eine Verlosung von Briefmarkensets, Campingausrüstungen, Fahrrädern und ähnlichem. Das ist dann noch ein zusätzlicher Anreiz.
Jedes Jahr versuchen viele, ihre grafischen Talente auszuprobieren,künstlerisch anspruchsvolle Glückwunschkarten zu gestalten. Jedes Jahr wird neue Software angeboten,um noch auffälligere Neujahrsgrüße zu produzieren. Und jeder kann mitmachen.
Allerdings gibt es bei den Neujahrskarten eine Einschränkung. Wenn ein Trauerfall in der Familie war, darf man keine Neujahrskarten schreiben. Und weil es ein Geben und Nehmen ist,darf diesen Leuten auch keine Glückwunschkarte zum Neuen Jahr geschrieben werden. Denn sei dürfen sich ja nicht dafür bedanken.
Ich fand die Neujahrskarten immer ganz praktisch,weil man um die Weihnachtszeit, wenn immer viel zu tun ist,noch etwas mehr Zeit hatte. Weihnachtskarten müssen ja schneller fertig sein.
Christen schreiben mehr und mehr Weihnachtskarten und weisen auf die Geburt des Herrn hin.
Was für eine große Hoffnung haben wir im Blick auf die Zukunft! Wenn doch noch viele Menschen in diesem Land unsern Herrn erkennen könnten!
Freitag, 25. November 2011
Meine Mutter
“Nun weiß und glaub ichs feste ich rühms auch ohne Scheu, dass Gott der Höchst‘ und Beste
mein Freund und Vater sei.“ Bei dieser Strophe sollten aber nur die mitsingen, die auch wirklich an Jesus glauben. Über diese „Ausgrenzung“ ärgerte sich die junge Frau. Glaubte der Pastor denn, er könnte ihr verbieten, was sie singen dürfte und was nicht? Dass sie selbst eine gläubige Christin sei, dass konnte sie nicht sagen. Ihre Eltern gingen zwar regelmäßig zur Kirche und waren auch überzeugt von dem, was sie glaubten. Sie selbst aber hatte auch manche Leute kennengelernt, bei denen der Glaube nur oberflächlich war. Das hatte sie abgeschreckt. Als dann die Nationalsozialisten an die Öffentlichkeit kamen, war sie begeistert. Die Fahnen und die flotten Lieder begeisterten sie. „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt!“ Das konnte sie von Herzen mitsingen.
Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass alles Lug und Trug gewesen war. Als 1945 alle Illusionen wie Seifenblasen platzten, als die Friedensglocken läuteten und einen verlorenen Krieg bezeugten, da fühlte sie sich verraten. Es war der Zeitpunkt an dem viele junge Leute sich in Evangelisationen und christliche Versammlungen einladen ließen. Die junge Frau wußte klar : ich bin kein Christ. Und eigentlich wäre es ja konsequent gewesen, ein Lied, das so fest den Glauben an „Gott, den Höchst‘ und Besten“, der „mein Freund und Vater“ ist bekennt, nicht mitzusingen. Aber „das lasse ich mir doch nicht verbieten!“ dachte sie und sang es trotzdem. Und während des Singens merkte sie : „das stimmt ja! Gott ist auf meiner Seite. Gott ist mein Freund und Vater!“
So begann der Glaube meiner Mutter. Im Jugendkreis der Freien evangelischen Gemeinde lernte sie meinen Vater kennen. 1947 heiratete sie meinen Vater. Den beiden wurden sieben Kinder geschenkt. Ich bin der Älteste. Meine Mutter hat mir schon früh die biblischen Geschichten erzählt und mich beten gelehrt. Von Ihr habe ich auch die Freude am Singen, besonders in der Adventszeit. Wir hatten eine frohe Kindheit. Später als mein Vater gestorben war und ich mit meiner Frau als Missonare nach Japan ausreisten, hat sie uns ziehen lassen. Bis vor ungefähr zwei Wochen standen wir in E-Mail Kontakt. Am 24. November ist sie verstorben. Sie war bereit und ist jetzt bei ihrem Herrn. Ich bin Gott von Herzen dankbar für meine Mutter.
Sie hatte Licht-und Schattenseiten(wie jeder Mensch). Über Wachstum im Glauben sagte sie einmal : Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich meine Fehler. Umso mehr muss ich staunen über die unendliche Gnade Gottes, der mich trotzdem liebhat.
mein Freund und Vater sei.“ Bei dieser Strophe sollten aber nur die mitsingen, die auch wirklich an Jesus glauben. Über diese „Ausgrenzung“ ärgerte sich die junge Frau. Glaubte der Pastor denn, er könnte ihr verbieten, was sie singen dürfte und was nicht? Dass sie selbst eine gläubige Christin sei, dass konnte sie nicht sagen. Ihre Eltern gingen zwar regelmäßig zur Kirche und waren auch überzeugt von dem, was sie glaubten. Sie selbst aber hatte auch manche Leute kennengelernt, bei denen der Glaube nur oberflächlich war. Das hatte sie abgeschreckt. Als dann die Nationalsozialisten an die Öffentlichkeit kamen, war sie begeistert. Die Fahnen und die flotten Lieder begeisterten sie. „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt!“ Das konnte sie von Herzen mitsingen.
Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass alles Lug und Trug gewesen war. Als 1945 alle Illusionen wie Seifenblasen platzten, als die Friedensglocken läuteten und einen verlorenen Krieg bezeugten, da fühlte sie sich verraten. Es war der Zeitpunkt an dem viele junge Leute sich in Evangelisationen und christliche Versammlungen einladen ließen. Die junge Frau wußte klar : ich bin kein Christ. Und eigentlich wäre es ja konsequent gewesen, ein Lied, das so fest den Glauben an „Gott, den Höchst‘ und Besten“, der „mein Freund und Vater“ ist bekennt, nicht mitzusingen. Aber „das lasse ich mir doch nicht verbieten!“ dachte sie und sang es trotzdem. Und während des Singens merkte sie : „das stimmt ja! Gott ist auf meiner Seite. Gott ist mein Freund und Vater!“
So begann der Glaube meiner Mutter. Im Jugendkreis der Freien evangelischen Gemeinde lernte sie meinen Vater kennen. 1947 heiratete sie meinen Vater. Den beiden wurden sieben Kinder geschenkt. Ich bin der Älteste. Meine Mutter hat mir schon früh die biblischen Geschichten erzählt und mich beten gelehrt. Von Ihr habe ich auch die Freude am Singen, besonders in der Adventszeit. Wir hatten eine frohe Kindheit. Später als mein Vater gestorben war und ich mit meiner Frau als Missonare nach Japan ausreisten, hat sie uns ziehen lassen. Bis vor ungefähr zwei Wochen standen wir in E-Mail Kontakt. Am 24. November ist sie verstorben. Sie war bereit und ist jetzt bei ihrem Herrn. Ich bin Gott von Herzen dankbar für meine Mutter.
Sie hatte Licht-und Schattenseiten(wie jeder Mensch). Über Wachstum im Glauben sagte sie einmal : Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich meine Fehler. Umso mehr muss ich staunen über die unendliche Gnade Gottes, der mich trotzdem liebhat.
Meine Mutter
“Nun weiß und glaub ichs feste ich rühms auch ohne Scheu, dass Gott der Höchst‘ und Beste
mein Freund und Vater sei.“ Bei dieser Strophe sollten aber nur die mitsingen, die auch wirklich an Jesus glauben. Über diese „Ausgrenzung“ ärgerte sich die junge Frau. Glaubte der Pastor denn, er könnte ihr verbieten, was sie singen dürfte und was nicht? Dass sie selbst eine gläubige Christin sei, dass konnte sie nicht sagen. Ihre Eltern gingen zwar regelmäßig zur Kirche und waren auch überzeugt von dem, was sie glaubten. Sie selbst aber hatte manche Leute kennengelernt, bei denen der Glaube nur oberflächlich war. Das hatte sie abgeschreckt. Als dann die Nationalsozialisten an die Öffentlichkeit kamen, war sie begeistert. Die Fahnen und die flotten Lieder begeisterten sie. „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt!“ Das konnte sie von Herzen mitsingen.
Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass alles Lug und Trug gewesen war. Als 1945 alle Illusionen wie Seifenblasen platzten, als die Friedensglocken läuteten und einen verlorenen Krieg bezeugten, da fühlte sie sich verraten. Es war der Zeitpunkt an dem viele junge Leute sich in Evangelisationen und christliche Versammlungen einladen ließen. Die junge Frau wußte klar : ich bin kein Christ. Und eigentlich wäre es ja konsequent gewesen, ein Lied, das so fest den Glauben an „Gott, den Höchst‘ und Besten“, der „mein Freund und Vater“ ist bekennt, nicht mitzusingen. Aber „das lasse ich mir doch nicht verbieten!“ dachte sie und sang es trotzdem. Und während des Singens merkte sie : „das stimmt ja! Gott ist auf meiner Seite. Gott ist mein Freund und Vater!“
So begann der Glaube meiner Mutter. Im Jugendkreis der Freien evangelischen Gemeinde lernte sie meinen Vater kennen. 1947 heiratete sie meinen Vater. Den beiden wurden sieben Kinder geschenkt. Ich bin der Älteste. Meine Mutter hat mir schon früh die biblischen Geschichten erzählt und mich beten gelehrt. Von Ihr habe ich auch die Freude am Singen, besonders in der Adventszeit. Wir hatten eine frohe Kindheit. Später als mein Vater gestorben war und ich mit meiner Frau als Missonare nach Japan ausreisten, hat sie uns ziehen lassen. Bis vor ungefähr zwei Wochen standen wir in E-Mail Kontakt. Am 24. November ist sie verstorben. Sie war bereit und ist jetzt bei ihrem Herrn. Ich bin Gott von Herzen dankbar für meine Mutter.
Sie hatte Licht-und Schattenseiten(wie jeder Mensch). Über Wachstum im Glauben sagte sie einmal : Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich meine Fehler. Umso mehr muss ich staunen über die unendliche Gnade Gottes, der mich trotzdem liebhat.
mein Freund und Vater sei.“ Bei dieser Strophe sollten aber nur die mitsingen, die auch wirklich an Jesus glauben. Über diese „Ausgrenzung“ ärgerte sich die junge Frau. Glaubte der Pastor denn, er könnte ihr verbieten, was sie singen dürfte und was nicht? Dass sie selbst eine gläubige Christin sei, dass konnte sie nicht sagen. Ihre Eltern gingen zwar regelmäßig zur Kirche und waren auch überzeugt von dem, was sie glaubten. Sie selbst aber hatte manche Leute kennengelernt, bei denen der Glaube nur oberflächlich war. Das hatte sie abgeschreckt. Als dann die Nationalsozialisten an die Öffentlichkeit kamen, war sie begeistert. Die Fahnen und die flotten Lieder begeisterten sie. „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt!“ Das konnte sie von Herzen mitsingen.
Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass alles Lug und Trug gewesen war. Als 1945 alle Illusionen wie Seifenblasen platzten, als die Friedensglocken läuteten und einen verlorenen Krieg bezeugten, da fühlte sie sich verraten. Es war der Zeitpunkt an dem viele junge Leute sich in Evangelisationen und christliche Versammlungen einladen ließen. Die junge Frau wußte klar : ich bin kein Christ. Und eigentlich wäre es ja konsequent gewesen, ein Lied, das so fest den Glauben an „Gott, den Höchst‘ und Besten“, der „mein Freund und Vater“ ist bekennt, nicht mitzusingen. Aber „das lasse ich mir doch nicht verbieten!“ dachte sie und sang es trotzdem. Und während des Singens merkte sie : „das stimmt ja! Gott ist auf meiner Seite. Gott ist mein Freund und Vater!“
So begann der Glaube meiner Mutter. Im Jugendkreis der Freien evangelischen Gemeinde lernte sie meinen Vater kennen. 1947 heiratete sie meinen Vater. Den beiden wurden sieben Kinder geschenkt. Ich bin der Älteste. Meine Mutter hat mir schon früh die biblischen Geschichten erzählt und mich beten gelehrt. Von Ihr habe ich auch die Freude am Singen, besonders in der Adventszeit. Wir hatten eine frohe Kindheit. Später als mein Vater gestorben war und ich mit meiner Frau als Missonare nach Japan ausreisten, hat sie uns ziehen lassen. Bis vor ungefähr zwei Wochen standen wir in E-Mail Kontakt. Am 24. November ist sie verstorben. Sie war bereit und ist jetzt bei ihrem Herrn. Ich bin Gott von Herzen dankbar für meine Mutter.
Sie hatte Licht-und Schattenseiten(wie jeder Mensch). Über Wachstum im Glauben sagte sie einmal : Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich meine Fehler. Umso mehr muss ich staunen über die unendliche Gnade Gottes, der mich trotzdem liebhat.
Freitag, 11. November 2011
Der Einzelne ist wichtig!
Vor kurzem stand in den Nachrichten, dass ein 14 Jähriger Selbstmord gemacht habe. In Tokyo habe er die Absperrung überklettert und sich vor den Zug geworfen. Die Mutter sagte, dass er sich vorher beklagt habe, dass ihn das Lernen so fertig gemacht hätte.
Bei solchen Nachrichten merkt man seine ganze Hilflosigkeit. Kinder, die noch nicht begriffen haben, dass ihr Leben einen unschätzbaren Wert hat, werfen es weg. Was nützt da der hohe Stand der Technik und der hohe Lebensstandard? Die Menschen brauchen das Wort Gottes, das ihnen sagt, wie einzigartig und wichtig sie sind!
Gestern lasen wir in der englischen Bibelstunde den Psalm 90. Und wir waren uns darüber einig, dass das Leben tatsächlich schnell vorbei geht. Wir lasen von dem Zorn Gottes über die menschliche Dummheit, den Schöpfer zu ignorieren und es auf eigene Faust zu versuchen. Wir wussten aber auch um die Liebe des Vaters, der es dabei nicht stehen ließ. Gott setzte Himmel und Erde in Bewegung, damit wir verlorenen Söhne und Töchter den Weg zum Vaterhaus finden sollten.
In diesem Land hat sich das noch nicht herumgesprochen, wie wichtig ein einzelner Mensch ist. Noch immer wird in Japan die Gruppe wichtiger genommen als ein einzelner. Und ich als Missionar muss sehr aufpassen, dass mir der gute Hirte nicht aus den Augen gerät, der die 100 Schafe in der Wüste ließ, um das eine verlorene zu suchen. Diese Gefahr ist sehr groß.
Bei solchen Nachrichten merkt man seine ganze Hilflosigkeit. Kinder, die noch nicht begriffen haben, dass ihr Leben einen unschätzbaren Wert hat, werfen es weg. Was nützt da der hohe Stand der Technik und der hohe Lebensstandard? Die Menschen brauchen das Wort Gottes, das ihnen sagt, wie einzigartig und wichtig sie sind!
Gestern lasen wir in der englischen Bibelstunde den Psalm 90. Und wir waren uns darüber einig, dass das Leben tatsächlich schnell vorbei geht. Wir lasen von dem Zorn Gottes über die menschliche Dummheit, den Schöpfer zu ignorieren und es auf eigene Faust zu versuchen. Wir wussten aber auch um die Liebe des Vaters, der es dabei nicht stehen ließ. Gott setzte Himmel und Erde in Bewegung, damit wir verlorenen Söhne und Töchter den Weg zum Vaterhaus finden sollten.
In diesem Land hat sich das noch nicht herumgesprochen, wie wichtig ein einzelner Mensch ist. Noch immer wird in Japan die Gruppe wichtiger genommen als ein einzelner. Und ich als Missionar muss sehr aufpassen, dass mir der gute Hirte nicht aus den Augen gerät, der die 100 Schafe in der Wüste ließ, um das eine verlorene zu suchen. Diese Gefahr ist sehr groß.
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