Montag, 14. April 2014

April, April....




April, April…
Aus meiner Kinderzeit habe ich noch Erinnerungen, wo Sonne, Wolken, Schnee und Regen in sehr rapider Folge wechselten. In Japan war das Wetter meistens etwas beständiger. Es passte auch nicht immer so exakt mit unsern Plänen zusammen. Wenn man sich unter die blühenden Kirschbäume setzte, um in der Natur Kaffee zu trinken, konnte auch mal ein eiskalter Wind wehen, oder ein Regenfall   alles verderben. Aber es wechselte nicht so oft. Man konnte sich eher auf das Wetter verlassen.
Im April aber scheint in Deutschland scheint das einzige Beständige die Überraschung zu sein. Wenn  man bei strahlendem Sonnenschein seinen Spaziergang beginnt, wäre es trotzdem sehr unbedacht, den Regenschirm zu Hause zu lassen. Auch heute waren wir erwartungsvoll hinausgefahren, um die Natur zu genießen.  Die Bäume haben schon geblüht, die grünen Blätter leuchten im Sonnenschein. Aber der Wind weht noch eiskalt. Vor ein  paar Tagen dachte man, es würde bald Sommer. Und jetzt sind die Temperaturen schon wieder teilweise auf einstellige Zahlen gesunken.
Vielleicht ist es ja auch tröstlich, dass Gott Sonne und Regen über Gute und Böse kommen lässt.  Die Gnade des Allmächtigen kann man sich nicht mit guter Führung verdienen. Der Vater im Himmel hat alle seine Kinder gleich lieb.
Ich will mich über niemanden erheben, den die öffentliche Meinung in die Ecke stellt. Was würde aus mir, wenn ich nicht einen Herrn hätte, der meine Sünde vergibt? Er der gesagt hat: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den  ersten Stein!“ der war selbst bereit, sich ans Kreuz schlagen zu lassen, um meine Schuld zu sühnen. Und dieser Herr gibt mir immer wieder eine neue Chance und  sagt mir: „Sündige ab jetzt nicht mehr!“   

Dienstag, 14. Januar 2014

Verkleideter Segen und versteckter Fluch



Als vor ca 40 Jahren die :Ölkrise war, als die arabischen Staaten, das Öl als politisches Druckmittel benutzten und die Leute gezwungen waren, weniger Auto zu fahren, sprachen einige amerikanische Kollegen von einem „blessing in disguise“, also einem verkleideten Segen. Sie meinten damit, diese Krise, unter der alle stöhnen, ist doch in Wirklichkeit ein Segen, weil wir dadurch lernen müssen, andere als fossile Energiequellen zu benutzen. So sind wir nicht mehr so erpressbar, und die fossile Energie kommt sowieso an ihre Grenzen.
Das ist nicht nur im Blick auf das Öl so.  Oft sind Krisensituationen nötig, damit Menschen nicht nur ihre Grenzen, sondern auch ihre wahren Kräfte kennenlernen. Mein Schwiegervater sagte dann immer: “Was mich nicht umbringt macht mich stärker.“ Neidisch auf andere zu blicken, denen es besser zu gehen scheint, oder gar in Selbstmitleid zu versinken, ist nie eine Hilfe. Im Vertrauen auf Gott voranzugehen, ist immer die bessere Alternative. Was auf den ersten Blick wie ein Verhängnis oder eine Belastung aussieht, kann sich später als Segen entpuppen.
Aber es gibt auch die andere Seite. Was auf den ersten Blick wie ein Segen aussieht, kann sich bei genauem Hinsehen als Fluch entpuppen. Als wir in Deutschland einkaufen gingen, staunten wir über die Preise! Wie konnte das denn alles so billig sein!    Meine Lieblingsschokolade konnte ich bei jeder Gelegenheit kaufen. Das führte dann dazu, dass ich mehr davon aß, als meiner Gesundheit zuträglich war. Guter Wein so günstig, dass ich bei jedem Einkauf eine Flasche in den Einkaufswagen legen konnte. Das Ergebnis : morgens Krämpfe in den Beinen, weil sich meine Medizin nicht mit Alkohol verträgt.
Der Luxus, der uns heute zur Verfügung steht, ist also nicht nur zu begrüßen. Gott danken für das, was uns gut tut, ist schon richtig. Aber wissen, wenn etwas so viel geworden ist, dass es der Gesundheit schadet, ist kann lebenswichtig sein. Und das Raffinierte ist, dass der Maßstab für jeden Menschen wieder anders sein kann. Medizin ist ein Segen. Aber wer drogenabhängig geworden ist, für den ist der gleiche Stoff zum Fluch geworden.
Zum Beipiel im Blick auf den Alkohol gibt es viele Menschen, die sich da etwas vormachen. Oft sehen die anderen objektiver als man selbst. Deshalb ist es gut, wenn man gute Freunde hat, denen man vertrauen kann. Und es ist wichtig, auf sie zu hören. 

Donnerstag, 2. Januar 2014

Hell und Dunkel deines Lebens...



Im Anfang unserer Zeit in Japan hat es mich ziemlich erstaunt, dass die Sonne dort so hell scheint. Sogar im Winter, wo ich es eher dunkel und kalt gewohnt war, konnte die Sonne kräftig scheinen. Meine Frau freute sich, dass die Wäsche meistens draußen auf der Leine trocken wurde. Ich fand es schade, dass ich gar nicht so viel Gelegenheit hatte, im Haus die Kerzen anzuzünden. Und die Sonne ließ ich mir ja im Winter noch gefallen, aber im Frühjahr wurde sie mir schon zu heiß, und ich lief lieber im Schatten.   
Aber nach ca 40 Jahren habe ich mich doch etwas an die japanische Wärme gewöhnt. Die andauernde Dunkelheit geht mir auf den Geist. Wenn eben möglich, suche ich den selten gewordenen Sonnenschein zu einem Spaziergang zu nutzen. Die Helligkeit stört mich nicht mehr, im Gegenteil ich weiß sie zu schätzen.
Mir fällt eine Liedstrophe ein, die wir in der Jugend oft gesungen haben: „Hell und Dunkel deines Lebens sind ein Ruf nach Haus…“ Und es ist tatsächlich so. Beides gebraucht Gott, um uns daran zu erinnern, dass er bei uns ist und uns helfen will. Wenn das Herz voll ist  von Freude und Begeisterung, dann kann ich das meinem Gott sagen und ihm dafür danken. Und die Freude wird dadurch noch ein bisschen tiefer. Und wenn die Not mich niederdrücken will, dann kann ich auch darüber mit meinem Gott sprechen. Und die Erfahrung, dass Gott mich ernst nimmt, dass ich ihm meine Sorgen tatsächlich abgeben kann, die macht mein Herz leichter.
Dann kann ich Bonhoeffers Worte mitsprechen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“  

Freitag, 27. Dezember 2013

Vorwärts in die Vergangenheit!



Der japanische Premierminister Shinzo Abe war am zweiten Weihnachtstag in dem Yasukuni Schrein in Tokyo, um dort der Kriegstoten zu  gedenken. Die Chinesen haben dagegen kräftig protestiert, die Südkoreaner auch. Wenn man die Sache etwas genauer betrachtet, merkt man dass sie komplizierter ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Es ist ja keine schlechte Sache, wenn man sich auch schon mal Zeit nimmt, um an die Leute zu denken, die im Krieg für ihr Vaterland umgekommen sind. Die  Frage ist aber, wann und wo das geschah.
Am 26.Dezember hatte China eine Gedenkfeier für Mao Tse Tung geplant. Gegen den Besuch des Yasukuni Schreines  durch die offiziellen japanischen Leiter  hatten die Südkoreaner und Chinesen schon seither protestiert. Sie empfanden das als eine Beleidigung. Warum? In dem Yasukuni Schrein waren unter den Namen der im Krieg gefallenen Soldaten auch die der Offiziere, die vom Kriegsgericht als Kriegsverbrecher verurteilt wurden. 
Hätte man diese Namen von der Liste der im Yasukui Schrein verehrten Verstorbenen ausgetragen,  hätte nie mehr jemand etwas gegen einen Besuch des Premierministers einwenden können. Offiziell aber gab es keine eindeutige  Abwendung von dem ultrarechten Denken der Vorkriegszeit. Bis heute tun sich die Verantwortlichen der Geschichtsbücher schwer, Japans Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zuzugeben.
Vor allem Premierminister Abe scheint der Meinung zu sein, dass Japan beim Kriegsende schon viel zu viele Zugeständnisse an die Siegermächte gemacht habe. Immer wieder wiederholt er seinen Wunsch, die zur Zeit relativ pazifistische Verfassung Japans zu ändern, und Japan zu einer Militärmacht auszubauen, die auch über Kernwaffen verfügt. Abe geht zielstrebig in diese Richtung. Das letzte Gesetz, das er im Kabinett verabschiedete, verbietet die Weitergabe brisanter Informationen an die Presse als Landesverrat. Es hat den Anschein, als wollte er die Demokratie hinter sich lassen.
Ich habe über 40 Jahre in Japan gelebt. Ich habe die Japaner als ausgesprochen friedliebende Menschen kennengelernt. Ich kenne auch viele Japaner, die chinesische Freunde haben und die Beziehungen zu China sehr schätzen. Was Abe hier vorhat, ist gefährlich. Damit fällt er seinen Landsleuten in den Rücken.
Dieser gefährliche Kurs muss gestoppt werden. Wir müssen für Japan beten!

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Advent - Rückblick oder Vision?

Rechtzeitig zum 1. Dezember hatten wir auch wieder einen Adventskranz. Unwillkürlich wenn es Advent wird, gehen meine Gedanken zurück. Als ich noch ein kleiner Junge war und zuguckte, wie meine Mutter einen Adventskranz flocht. Als wir abends um den Tisch saßen und beim Kerzenschein die alten Lieder sangen von Weihnachten und Advent. Sogar in Japan, wo Nadelbäume nicht so häufig sind, sorgte ich  dafür, dass in der Vorweihnachtszeit ein Adventskranz im Hause war.
Je mehr ich mich aber wirklich mit der Sache befasse, um die es im Advent geht, desto stärker wird das Gefühl, dass es dabei gar nicht so sehr um die Vergangenheit geht, sondern viel mehr um die Zukunft. Jesus, der Sohn Gottes,kam auf die Welt zu uns Menschen. Aber er ging danach wieder zurück in Gottes Welt und versprach seinen Jüngern, dass er wiederkommt. Und die Christen aus allen Zeiten warten auf den wiederkommenden Herrn. Das ist der eigentliche Punkt.
JESUS KOMMT WIEDER. Wir sollen uns vorbereiten auf sein Kommen. Er hat uns die Botschaft der Hoffnung gegeben, damit sie uns ganz erfüllen und unsere Herzen zum Brennen bringen sollte. Er will uns helfen, die Menschen mit seinen Augen zu sehen. Kein Mensch ist wertlos. Jeder ist wichtig. Jeder ist von Gott geliebt.Aber diese Liebe Jesu erfüllt uns nicht automatisch. Wir brauchen die Gemeinschaft mit unserm Herrn.
Der Adventskranz und die Kerzen können das nicht schaffen. Auch die Adventslieder produzieren nicht mehr als eine vorübergehende Stimmung. Aber der Herr selbst, der redet zu uns. ER zieht ein in unsere Herzen und verändert uns. Keiner muss verloren sein. Jesus kann jeden retten! Christ der Retter ist da. Auch jetzt und hier.